- TitelSchnee und Lawinen in den Schweizer Alpen. Winter 2003/04 : Wetter, Schneedecke und Lawinengefahr : Winterbericht SLF
- Verfasser
- ErscheinungsortDavos
- Verlag
- Erscheinungsjahr2005
- Seiten76 S. + CD-Rom
- Illustrationenzahlr. Lit. Ang.
- MaterialBandaufführung
- ISBN3-905621-27-4
- Standardsignatur6304
- Datensatznummer133835
- Quelle
- AbstractDer Winter 2003/04 begann Anfang Oktober mit intensiven Schneefällen im Norden und Osten. Damit begann die Skitourensaison deutlich früher als gewöhnlich. Am Weissfluhjoch, GR lag 2 Wochen früher als normal eine geschlossene Schneedecke. Das ist ausserordentlich. Im Oktober 1974 begann der Winter jedoch noch früher und am Alpennordhang deutlich schneereicher. Auch am Alpensüdhang führten zahlreiche Staulagen im Frühwinter zu einer überdurchschnittlich mächtigen Schneedecke. In Robieu, TI (1890 m) lag mit 220 cm zu Silvester extrem viel Schnee. Der Mittelwert beträgt zu Jahresende hier 100 cm. Im Hochwinter wechselten Südstaulagen und Nordstaulagen ab, unterbrochen von ruhigerem Wetter, meist während der Woche. Im Januar schwankte die Schneefallgrenze sehr stark, teilweise regnete es bis über 2000 m, was kurzfristig zahlreiche Lawinenabgänge zur Folge hatte. Mit dem Rückgang der Temperaturen stabilisierte sich die Schneedecke unter 2000 m jedoch deutlich. Auch im Februar und März schwankten die Temperaturen sehr stark. Die Schneehöhen waren im Osten leicht überdurchschnittlich, im Süden leicht unterdurchschnittlich und im Wester deutlich unterdurchschnittlich. Die Ausaperung war nach mehreren Wintereinbrüchen im Norden im April und Mai um mehrere Wochen verzögert. Der Winter 2003/04 war somit eher schneereich und lang. Der Schneereichtum führte zu einer überwiegend stabilen Schneedecke, in der nur wenige und meist kleinflächige Schwachschichten eingelagert waren. Das dürfte mit ein Grund sein, dass "nur" 11 Personen bei Lawinenunfällen ihr Leben verloren. Das ist weniger als die Hälfte des langjährigen Mittelwertes (25,2 Lawinentote). Andererseits wurdem dem SLF 80 Lawinen gemeldet, bei denen 130 Personen mitgerissen wurden. Das entspricht dem langjährigen Mittelwert. Es gab also nicht weniger Lawinen als in den Vorjahren - aber die Unfälle verliefen glimpflicher. In zahlreichen Fällen hat nachweislich viel Glück verhindert, dass mehr Personen ums Leben kamen. Zudem zeigte sich anhand zahlreicher Spuren, dass sowohl im Varianten- wie auch im Tourenbereich teilweise sehr offensiv gefahren wurde. Schönwetterperioden waren während des Winters eher kurz und zahlreiche Wochenenden waren trüb oder stürmisch, was einen weiteren Beitrag zu weniger tödlichen Unfällen geliefert hat.
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