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  • Titel
    Zentrale Rundholz-Aufarbeitung dargestellt am Beispiel der Region Chur
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Birmensdorf
  • Erscheinungsjahr
    1973
  • Seiten
    S. 133-162
  • Illustrationen
    9 Abb., 10 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    8176
  • Datensatznummer
    132169
  • Quelle
  • Abstract
    Anhand eines Modells wurde versucht, die durch den Betrieb einer Rundholz-Aufarbeitungsanlage in der Region Chur möglichen Kosteneinsparungen bei der Holzproduktion abzuschätzen. Der Kanton Graubünden ist ein Holzüberschussgebiet. Grosse Holzmengen werden deshalb über wenige Haupttransportachsen aus dem Kanton ausgeführt. Zusätzlich zu dem in der engeren Region Chur anfallenden Holz könnten deshalb in einer Aufarbeitungsanlage im Churer Rheintal grosse, aus entlegeneren Gebieten exportierte Holzmengen ohne wesentliche Umwegtransporte zentral aufgearbeitet werden. Das ausserordentlich starke Gebirgsholz verlangt eine entsprechend dimensionierte Aufarbeitungsanlage und führt zu sehr hohen Jahresleistungen. Zur Auslastung einer Anlage sind deshalb relativ grosse Holzmengen notwendig. Den Kalkulationen liegen zwei Anlagevarianten mit 36.000 m3 respektive 74.000 m3 Jahresumsatz zugrunde. Ein Jahresumsatz von 36.000 m3 wäre realisierbar, wenn alles im Umkreis von 15 km umgesetzte Rundholz zentral aufgearbeitet würde. 74.000 m3 Jahresumsatz wären hingegen nur bei einer wahrscheinlich auch ertragskundlich wünschbaren Erhöhung der Hiebsätze um rund 20% bei gleichzeitger Erhöhung des Exportanteils zu erreichen. In den Kalkulationen ist der in den nächsten Jahren zu erwartenden Lohnentwicklung Rechnung getragen worden. Bei Aufarbeitung des Holzes an einer zentralen Anlage sind in den Forstbetrieben Einsparungen von rund 18 Franken pro m3 zu erwarten, hauptsächlich durch das Wegfallen der Handentrindung und des Einmessens. Desgleichen vermindern sich die Aufwendungen der Rundholzabnehmer für den Holzeinkauf und den Rundholzplatz um mind. 7 Franken pro m3. Den Einsparungen stehen jedoch zusätzliche Transportkosten und die Betriebskosten der Aufarbeitungsanlage gegenüber. Um die Aufarbeitungskosten zu ermitteln, wurde vorerst die Ausstattung beider Anlagevarianten festgelegt und die dazu notwendigen Investitionen zusammengestellt, um daraus die Betriebskosten abzuleiten. In Tabelle 9 (Abschnitt 5.1) sind alle Einsparungen und Mehrkosten zusammengestellt. Gesamthaft resultieren aus dem Betrieb einer sägegebundenen Aufarbeitungsanlage beträchtliche Einsparungen von 10-12 Franken pro m3. Bei einem sägeunabhängigen Holzhof sind diese wegen der zusätzlich notwendigen Transporte weit geringer und werden erst in einigen Jahren eindeutig sein (4 bis 7 Franken pro m3). Unter Rücksichtnahme auf die gegenwärtige Betriebsstruktur im Sägereigewerbe scheint ein Projekt eines einstweilen sägeunabhängigen Holzhofes am ehesten realisierbar zu sein. Würde ein solcher durch eine Gemeinschaft von Forstbetrieben geführt, so ergäben sich gewisse Umstellungen durch die Verlagerung des Rundholzverkaufs vom Wald auf die Anlage. Während die Gemeinschaft die gesamten Mehraufwendungen für Transporte und Betrieb der Anlage zu tragen hätte, käme etwa die Hälfte der Einsparungen nicht den Forstbetrieben, sondern den Abnehmern zugute. Diese müssten deshalb bereit sein, die ihnen gebotenen Vorteile im Wert von etwa 13 Franken pro m3 durch entsprechend erhöhte Rundholzpreise zu honorieren. Der Arbeitskräftebedarf eines Forstbetriebes für die Holzernte kann durch den Anschluss an eine Aufarbeitungsanlage um rund 30% gesenkt werden. Die Arbeitseinsparung durch den Betrieb eines sägeunabhängigen Holzhofes für die gesamte Produktionskette vom Wald bis an den verlagerten Verkaufsort beträgt immer noch rund 20%, wobei die Einsparungen beim Arbeitnehmer nicht berücksichtigt sind. Diese Freisetzung von Arbeitskräften würde die von manchen Fachleuten geforderte Erhöhung der Holznutzung stark erleichtern. Gesamthaft gesehen, resultieren aus dem Betrieb einer Aufarbeitungsanlage beachtliche Vorteile. Voraussetzung ist jedoch die Konzentration bisher ungewohnter Holzmengen auf einem Platz. Für die Ausarbeitung eines konkreten Projektes müsste vorerst abgeklärt werden, ob eine ausreichende Rohholzversorgung langfristig vertraglich sichergestellt werden könnte. Anderseits wäre das Verhalten der Rundholzabnehmer gegenüber den veränderten Angebotsverhältnissen zu prüfen und zu untersuchen, auf welche Weise die Vorteile der Aufarbeitungsanlage durch einen direkten Anschluss an eine bestehende oder neu zu errichtende Grosssägerei voll auszunutzen wären.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
14171798176ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar