Titel
Rehabilitation and sustainable use of degraded community forests in the Bale Mountains of Ethiophia
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
124 S.
Illustrationen
27 Abb., zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
13999
Datensatznummer
132056
Quelle
Abstract
Der Lebensunterhalt der ruralen Bevölkerung Äthiopiens ist eng mit der Nutzung natürlicher Ressourcen, insbesondere von Waldprodukten, verbunden. Nichtsdestotrotz wird die lokale Bevölkerung nicht an Entscheidungen bezüglich der Nutzung und Bewirtschaftung der Wälder beteiligt, was dazu geführt hat, dass die Waldressourcen illegal genutzt werden und die Menschen keine Verantwortung dafür übernehmen, in welchem Zustand sich die Wälder befinden. Folglich gehen die Waldressourcen des Landes verloren, während gleichzeitig die Nachfrage nach Waldprodukten steigt. Ein möglicher Ansatz um dieser Entwicklung entgegen zu treten ist, die von den Waldprodukten abhängigen Gemeinden in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, um zu ermitteln wie die örtlichen Wälder bestmöglich bewirtschaftet werden können.Dies entspricht dem Trend in Entwicklungsländer allgemein ebenso wie speziell in Äthiopien. Die Waldnutzergemeinschaften in Äthiopiens Bergregion Bale stellen möglicherweise das beste Beispiel hierfür dar. Sie sind heute für die erfolgreiche Bewirtschaftung des ehemals staatlichen Adaba-Dodola Waldes verantwortlich. Allerdings sind die von den Nutzergemeinschaften bewirtschafteten Waldflächen degradiert und unproduktiv. Für die Rehabilitierung und nachhaltige Bewirtschaftung dieser Wälder ist eine vorsichtige Planung notwendig, ebenso wie die Umsetzung und Kontrolle der waldbaulichen Tätigkeiten. Die Nutzergemeinschaften fordern von der Forstverwaltung praktische technische Unterstützung, um das Produktionspotential ihrer Wälder verbessern zu können. Es steht jedoch nur wenig technisches Fachwissen zur Verfügung. Demzufolge ist das übergeordnete Ziel dieser Arbeit, einen Beitrag zur Rehabilitation und nachhaltigen Bewirtschaftung der degradierten Gemeindewälder in Äthiopien zu leisten, indem an die örtlichen Verhältnisse angepasste waldbauliche Maßnahmen und Empfehlungen herausgearbeitet werden. Die Untersuchung der Kronenentwicklung zeigte, dass pro Hektar etwa 200 Z-Bäume verschiedener Altersklassen und Baumarten in den untersuchten Waldflächen ausreichen, wenn gleichzeitig die Waldweidenutzung beibehalten werden soll. Um die optimale Zahl an Z-Bäumen für eine Planungsperiode von 100 Jahren zu erreichen, müssen mindestens 10,5% jede Dekade nachwachsen. Die durchgeführte Waldinventur zeigte, dass auf etwa 30-45% der untersuchten Gesamtfläche eine ausreichende Anzahl an potentiellen ZBäumen vorhanden ist und ein beachtenswerter Anteil der Fläche eine akzeptable Anzahl an potentiellen Z-Bäumen aufweist. Folglich ist es möglich, Flächen mit einer zu geringen Jungwuchsdichte zu regenerieren, während gleichzeitig vorhandene potentielle Z-Bäume gepflegt werden. Hierfür wird ein Z-Baum orientiertes Bewirtschaftungsverfahren empfohlen. Als Bestandteil des Verfahrens werden unter Ausnutzung der örtlich zur Verfügung stehenden Möglichkeiten qualitätssteigernde Pflegemaßnahmen vorgeschlagen. Die Pflegemaßnahmen und Hiebsätze werden für die untersuchten Wälder ebenfalls definiert. Allerdings ist für die erfolgreiche Umsetzung der aufgezeigten Pflegemaßnahmen eine praktische Ausbildung notwendig; für die Mitglieder der Nutzergemeinschaften ebenso wie für die fachlich ausgebildeten Mitarbeiter der Forstverwaltung. Um die Vielzahl der Waldfunktionen beizubehalten und miteinander in Einklang zu bringen, ist ein multifunktionales Waldbewirtschaftungssystem empfehlenswert. Dies beinhaltet auch, dass die Waldweidenutzung reguliert werden muss. Zusätzlich wird empfohlen Gewässerrandstreifen aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Die Art der Bewirtschaftung bewahrt außerdem den ästhetischen Wert der Wälder. Abschließend wird betont, wie wichtig es ist, den Einfluss der waldbaulichen Eingriffe zu beobachten und die vorgeschlagenen Bewirtschaftungsmaßnahmen gegebenenfalls anzupassen und die noch bestehenden Wissenslücken zu füllen.