Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Luftgütemessungen und meteorologische Messungen des Umweltbundesamtes. Jahresbericht 2003
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2004
  • Seiten
    84 S.
  • Illustrationen
    23 Abb., 5 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-85457-748-6
  • Standardsignatur
    14484
  • Datensatznummer
    128898
  • Quelle
  • Abstract
    Das Umweltbundesamt betreibt gem. Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L; BGBl. I 115/97, i.d.g.F.) und Ozongesetz (BGBl. 210/92) sowie im Rahmen des Global Atmospheric Watch-Messprogrammes (GAW) der World Meteorological Organization (WMO) insg. 11 Messstellen in Österreich. Darunter fallen 9 Hintergrundmessstallen, an welchen die Luftschadstoffe Ozon, Schwefeldioxid, und Stickstoffoxide sowie verschiedene meteorologische Parameter erfasst werden. An drei dieser Standorte (die im Rahmen des EMEP-Messnetzes der UNECE betrieben werden) werden zusätzlich PM10, Kohlenmonoxid, Blei im PM10 und Benzon, Toluol und Xylole sowie die nasse Deposition und deren Inhaltsstoffe gemessen, darüber hinaus in Illmitz PM2,5, PM1, partikuläres Sulfat sowie oxidierte und reduzierte Stickstoffverbindungen. Darüber hinaus führt das Umweltbundesamt Konzentrationsmessungen der Treibhausgase Kohlendioxid auf dem Sonnblick und Methan auf dem Zöbelboden durch. In Illmitz sowie in Wien (Stephansplatz und Hietzinger Kai) wurden Messungen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) als Ozonvorläufersubstanzen durchgeführt. Der Grenzwert für PM10 gem. OG-L Anlage 1 - mehr als 35 Tagesmittelwerte über 50 ög/m3 - wurde mit 48 Überschreitungen an der Messstelle Illmitz deutlich überschritten. An den höher gelegenen Messstellen St. Koloman (2 Tage über 50 ög/m3), Vorhegg und Zöbelboden (je 3 Tage über 50 ög/m3) wurde der PM10-Grenzwert eingehalten. Der Zielwert für PM10 gem. IG-L, Anlage 5 wurde in Illmitz überschritten, in St. Koloman und auf dem Zöbelboden je 14 ög/m3). In Illmitz waren, wie schon in den vergangenen Jahren, Ferntransport und regionale Schadstoffanreicherung bei ungünstigen Ausbreitungsbedigungen - v.a. im Winter - für die hohe PM10-Belastung verantwortlich. Als Hauptquellregionen von Ferntransport sowohl primärer Partikel wie sekundärer Aerosole (hauptsächlich Sulfat) kommen Rumänien, Serbien, Bosnien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei, Mähren und Polen in Frage, wobei Ferntransport von Norden 2003 einen deutlich höheren Anteil ausmachte als in den Jahren davor. Die Hauptquellen von PM10 bei regionaler Schadstoffanreicherung - wobei in diesen Fällen ein besonders hoher Anteil an Nitrat auftritt - dürften die Ballungsgebiete Wien und Bratislava sowie Kraftwerke in Nordungarn sein. Die in Mittelgebirgslage situierten Messstellen St. Koloman, Vorhegg und Zöbelboden befinden sich v.a. im Winter meist oberhalb der belasteten bodennahen Luftschicht und weisen daher eine sehr viel niedrigere PM10-Belastung auf. Tagesmittelwerte über 50 ög/m3 können hier einerseits durch Hebungsprozesse belasteter Luft aus dem Alpenvorland, zum anderen durch Ferntransport von Sahara-Staub bedingt sein. Die Immissionsgrenzwerte gem. Anlage 1 des IG-L für Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid, Blei im Schwebestaub und Benzol wurden an allen Hintergrundmessstellen des Umweltbundesamtes eingehalten, ebenso die Grenzwerte für Schwefeldioxid und Stickstoffdioxide zum Schutz der Ökosysteme und der Vegetation gem. VO BGBl. I 2001/298. Der Zielwert für NO2 gem. IG-L Anlage 5 wurde an allen Hintergrundmessstellen eingehalten. Die generell sehr niedrige SO2-Belastung wird an allen Hintergrundmessstellen von Ferntransport aus dem ostmitteleuropäischen Ausland dominiert. Im Osten Österreichs dominieren Quellen in der Slowakei und Ungarn, daneben Ferntransport aus Tschechien, Südpolen, Serbien, Rumänien und Bosnien. Die nordalpinen Messstellen (v.a. Zöbelboden) werden von SO2-Ferntransport aus Tschechien und der Slowakei erreicht, jene südlich des Alpenhauptkamms v.a. aus Slowenien. Seit den frühen Neunzigerjahren haben Ferntransport aus dem Ausland und damit die SO2-Hintergrundbelastung um ca. 80% abgenommen. Die weit unter einschlägigen Grenzwerten liegende NO2-Hintergrundbelastung wird - in Hinblick auf die relativ hohe NOx-Emissionsdichte und die geringe Lebensdauer von NO2 von weniger als einem Tag - von Quellen im Umkreis von wenigen 100 km bestimmt. An den außeralpinen Hintergrundmessstellen wird die NO2-Belastung von den flächenhaft hohen Emissionen im außeralpinen Flach- und Hügelland dominiert. Die alpinen Messstellen sind, abhängig von den Emissionen in den jeweils unterhalb gelegenen Tälern bzw. dem Alpenvorland, in unterschiedlichem Ausmaß von NOx-Transprot mit Taleinwind oder Hangaufwind betroffen, am stärksten St. Koloman. Die an den Hintergrundmessstellen erfasst CO-Belastung wird ganz überwiegend von einer regional einheitlichen und zeitlich wenig variablen, großflächigen Hintergrundkonzentration dominiert. In Illmitz führen im Winter regionale Emissionen zu erhöhter CO-Belastung, während in St. Koloman Schadstofftransport aus dem Salzachtal einen zusätzlichen Beitrag liefert. Bei Blei und Benzol (sowie den zusätzlich bestimmten Toluol und Xylolen) weist Illmitz eine höhere, aber noch sehr deutlich unter den IG-L.Grenzwerten liegende Belastung auf als St. Koloman und Vorhegg. Die Ozonbelastung war im Jahr 2003 außerordentlich hoch, die meisten Messstellen des Umweltbundesamtes wiesen die höchsten Überschreitungshäufigkeiten der Zielwerte und Schwellenwerte des Ozongesetzes seit Beginn der Messung auf. Erstmals seit Beginn der Ozonmessung wurde die Informationsschwelle an den Messstellen Achenkirch, St. Sigmund und Stolzalpe überschritten. Wesentliche Ursache der hohen Ozonbelastung war das lange Anhalten von großräumigen Hochdruckwetterlagen v.a. von Mitte Juli bis Ende August. Die dadurch bedingten überdurchschnittlichen Temperaturen förderten die photochemische Ozonbildung. Verantwortlich für die hohe Ozonbelastung im Westen Österreichs war Transport belasteter Luft aus dem westlichen Mitteleuropa (westliches Deutschland, Benelux-Länder, Nordostfrankreich). Die weiträumige Ausdehnung des Hochdruckgebietes weit über Mitteleruopa hinaus trug dazu bei, dass aus jenen Regionen im westlichen Mitteleuropa, welche die höchsten Emissionsdichten der Ozonvorläufersubstanzen NOx und NMVOC aufweisen, ozonreiche Luft nach Österreich transportiert werden konnte.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141447214484PDFelektronische PublikationVerfügbar