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  • Titel
    Die Erzherzog-Johann-Fallstudie ein inter- und transdisziplinäres Lehr- und Forschungsprojekt der Kulturlandschaftsforschung : Nachhaltigkeit durch Innovation - Entwicklungspotenzial einer Bergbaufolgelandschaft
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2004
  • Seiten
    92 S.
  • Illustrationen
    17 Abb., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-85224-122-7
  • Standardsignatur
    14620
  • Datensatznummer
    127647
  • Quelle
  • Abstract
    Inter- und transdisziplinäre Fallstudien für die nachhaltige Entwicklung eines Systems sind eine innovative Form universitärer Forschung und Lehre, die gemeinsames handlungsorientiertes Lern aller Beteiligten - der Forschenden und Lehrenden, der Studierenden sowie der PraktikerInnen - ermöglicht. Das Institut für Innovations- und Umweltmanagement der Universität Graz führte in Kooperation mit dem Institut für Umweltsozial- und Umweltnaturwissenschaften der ETH-Zürich ein Lehr- und Forschungsprojekt mit Vorzeigecharakter durch: die Erzherzog-Johann-Fallstudie. Die Interaktion zwischen SpezialistInnen verschiedener Fachrichtungen und PraktikerInnen erfordert auch ein neues Rollenverständnis der universitären ExperInnen: Ihre Aufgabe in der Fallstudie beschränkt sich nicht darauf, Lösungen zu entwickeln, sondern auch die Probleme eines komplexen und unsicheren Real-World-Systems gemeinsam mitden Stakeholdern zu erkennen und zu definieren. Damit wird die Verbindung von universitärer Lehre, Forschung und Praxis zu einem wesentlichen Bestandteil innovativer Arbeit an Universitäten. Am Beispiel der hier gestellten Leitfrage nach einer nachhaltigen Entwicklung wird deutlich, dass WissenschafterInnen nicht in der Lage sind, stets eindeutige und richtige Antworten zu geben. Diese Einsicht ist ein wichtiger Akt der Selbsterkenntnis. "It is a myth to think that there is a single right vision or a best way to sustain the earth or what kind of earth should be sustained". Lernen für eine nachhaltige Entwicklung betrifft nicht nur Studierende, sondern alle, einschließlich der ExpertInnen, die ständig zu reflektieren haben, was sie tun und fordern. Wir müssen gemeinsam gesellschaftliche Bedürfnisse und Präferenzen verstehen und intelligente, allgemein akzeptierte Lösungen und Technologien entwickeln. Inter- und transdisziplinäres Problemlösen ist somit unverzichtbare Voraussetzung für "Nachhaltigkeit durch Innovation". Die Leitfrage der Erzherzog-Johann-Fallstudie lautete: "Wie kan sich die Region Eisenerz (mit den Gemeinden Eisenerz, Hieflau, Radmer und Vordernberg) aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht nachhaltig entwickeln?" 30 Studierende, primär aus der Studienrichtung Umweltsystemwissenschaften der Uni Graz, wirkten zwei Semester aktiv an der Gestaltung regionaler Projekte der Region Eisenerz mit. In diesem vom bm:bwk geförderten Projekt, das inkl. der Vor- und Nachbereitung auf eine Dauer von zwei Jahren ausgerichtet war, haben Studierende, Lehrende und Beteiligte aus der Region in einem Gemeinschaftsprozess Entwicklungsperspektiven und konkrete Projekte erarbeitet, in denen Natur, Wirtschaft und soziale Belange in der Region Eisenerz miteinander im Einklang stehen. Der laufende Erfahrungsaustausch mit der Fallstudie "Leben 2014", dem Koordinationsbüro für Kulturlandschaftsforschung und mit der ETH-Zürich im Rahmen des "International Transdisciplinarity Net on Case Studies for Sustainable Development" (ITd-Net) trug wesentlich zum Gelingen dieses innovativen Projektes bei. Das Ergebnis der Erzherzog-Johann-Fallstudie sind vier mögliche Entwicklungsvarianten für die Region Eisenerz. Die inter- und transdisziplinäre Bewertung der Entwicklungsvarianten zeigt, dass Aspekte der sozialen Integration sowie der Sicherung der Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung bei einer Neuorientierung der Region von größter Bedeutung sind. Die aus der Erzherzog-Johann-Fallstudie gewonnen Erfahrungen und Erkenntnisse bilden auch die Basis für eine geplante "Mobilitätsfallstudie Graz". Eine zentrale Frage wird sein, inwieweit eine Revitaliserung der Annenstraße als wichtige Verbindung zwischen Hauptbahnhof und historischem Zentrum der Stadt - etwa als Einkaufsstraße in Anknüpfung an vergangene Erfolgszeiten dieser Straße - unter Berücksichtigung weiterer Mobilitätsanforderungen möglich ist. Dabei umfasst Revitalisierung im Sinne eines umfassenden Nachhaltigkeitsverständnisses sowohl die ökonomische wie auch die soziale und ökologische Entwicklung dieses städtischen Teilsystems. Durch eine derartige Fallstudie ist gewährleistet, dass der inter- und transdisziplinäre Forschungs- und Lehransatz als Ausdruck der innovativen Orientierung der Karl-Franzens-Universität Graz weiter gefestigt wird.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141368814620ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar