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  • Titel
    Waldumbau, Kalamitätsrisiken und finanzielle Erfolgskennzahlen : Eine Anwendung von Simulationsmodellen auf Daten eines Forstbetriebes
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Frankfurt am Main
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Seiten
    149 S.
  • Illustrationen
    44 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-7939-7018-3
  • Standardsignatur
    13200
  • Datensatznummer
    126480
  • Quelle
  • Abstract
    Ziel der Arbeit war die Untersuchung der kurz- und langfristigen ökonomischen Auswirkungen des Waldumbaus auf einen konkreten Forstbetrieb. Die Ergebnisse sollen als Entscheidungshilfe bei der Bewertung des Waldumbaus dienen. Die umbaubedingte Entwicklung der naturalen und ökonomischen Kenngrößen der Betriebsklasse wurde mittels zweier Simulationsprogramme nachgebildet. Für die Fortschreibung der Altersstufenflächenverteilung und der Bestandesformen-Flächenanteile in Abhängigkeit von Endnutzungsfläche, risikobedingten flächenhaftern Bestockungsausfällen und Art und Umfang des Waldumbaus wurde im Rahmen der Arbeit in Flächensimulationsprogramm entwickelt. Das Wachstum und die Wertentwicklung der Bestandesformen in Abhängigkeit von Durchforstung, Einzelbaumortalität und Standort wurde mit Hilfe des Wachstumssimulator Silva 2.0 (Pretzsch, 1992) nachgezeichnet. Drei bezüglich Umbaufläche und Umbauzeitraum variierende Konzepte wurden unter zwei verschiedenen Risikoszenarien einander gegenübergestellt. Die Auswirkungen der Behandlungskonzepte wurden sowohl bei den im Durchschnitt pro Periode zu erwartenden risikobedingten Bestockungsausfällen (Risikoszenario I) als auch bei einer konkreten Schadabfolge mit zwei Extremereignissen (Risikoszenario II) untersucht. Dabei wurde neben der umbaubedingten Entwicklung von ökonomischen Kennziffern auch die naturale Waldentwicklung und die Entwicklung der Altersstufenflächenstruktur des Forstamtes sowie die variantenspezifische Entwicklung der ZE-Anfälle betrachtet. Um eine Vergleichbarkeit der Varianten unabhängig vom Nutzungskonzept zu erhalten wurde für jede Variante als Richtwert für den Einschlag die nachhaltige Abnutzungsfläche des Forstamtes nach Abschluss des Waldumbaus herangezogen. Alle drei Varianten wurden über einen Zeitraum von 120 Jahren gerechnet. In Variante "kein Umbau" wurd auf Waldumbau verzichtet, sie stellt damit die Nullvariante dar. Im Verlauf der 120-jährigen Betrachtungszeit verändern sich Baumartenzusammensetzung und Umtriebszeit nicht. Wegen des hohen Anteils an fichten-dominierten Beständen weist Variante "kein Umbau" das höchste Sturm- und Insektenschadenrisiko, ausgedrückt in den risikobedingten Endnutzungswahrscheinlichkeiten von einer Altersstufe zur jeweils nächsten, auf. Erwartungsgemäß werden mit dieser Bewirtschaftungsalternative hohe Reinerträge, hohe durchschnittliche Holzerlöse pro Hektar Holzbodenfläche und eine vergleichsweise hohe interne Verzinsung erzielt. Wegen des Verzichts auf Laubholzeinbringung sind die Kulturkosten gering. Der Einfluß höherer ZE-Anfälle auf das Betriebsergebnis wird teilweise dadurch aufgewogen, dass die Fichte bereits ab etwa einem Alter von 50 Jahren vermarktungsfähige Sortimente besitzt, die auch im Schadensfall verwertet werden können. Von allen drei Varianten stellt Variante "kein Umbau" auch für das Risikoszenario, in dem zwei Extremereignisse im Abstand von 100 simuliert werden, die betriebswirtschaftlich vorteilhafteste Variante dar. Variante "Schnellumbau" kann als extreme Umbauvariante bezeichnet werden. Innerhalb eines 20-jährigen Umbauzeitraumes soll der Nadelholzanteil des Betriebes von 70% auf 50% gesenkt, der Laubholzanteil entsprechend um 20 Prozentpunkte erhöht werden. Dieses Bewirtschaftungsvorhaben hat zur Folge, dass zur Erzielung der notwendigen Umbaufläche Altbestände vor Erreichen der Umtriebszeit geerntet, alle Neukulturen mit Buchen begründet werden müssen und in der Folge iene Altersklasse geschaffen wird, die ausschließlich aus Buchenbeständen besteht. Wegen der für Fichten und Buchen unterschiedlichen Umtriebszeiten bewirkt dies, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem die aus dem Waldumbau hervorgegangenen Buchenbestände etwa die IV. Altersklasse erreicht haben, eine regelrechte Nutzungslücke auftritt. Wegen der durch die starken Eingriffe zu Beginn der Simulation verursachten Zuwachsverlsute und den mit dem Umbau verbundenen hohen Kulturkosten sowie wegen der im Vergleich zur Fichte geringeren Wertleistung der Buche weist die Variante "Schnellumbau" in nahezu allen Kenngrößen die geringsten Werte auf. Die Verringerung der ZE-Anfälle vor allem bei Simulation einzelner Extremereignisse spiegelt sich zwar deutlich in naturalen Kenngrößen wider, wegen der höheren Kosten der Variante "Schnellumbau" kommt es aber in einzelnen Perioden zu negativen Reinerträgen und damit nicht zu einer Verbesserung der betrieblichen Kennziffern im Vergleich zu den Varianten "kein Umbau" und "Standort". Lediglich im Fall einer extremen Sturmkalamität gegen Ende des 120-jährigen Betrachtungszeitraumes führt die Variante "Schnellumbau" zu höheren Reinerträgen als die Vergleichsvarianten. Eine Mittelstellung zwischen den zwei Varianten "kein Umbau" und "Schnellumbau" hinsichtlich nahezu aller naturalen und ökonomischen Kenngrößen des untersuchten Forstbetriebes nimmt die Variante "Standort" ein. Die geplante Reduktion des Nadelholzanteils wird entsprechend den standörtlichen Notwendigkeiten angestrebt und über einen Zeitraum von 120 Jahren verteilt. Dadurch lassen sich die negativen Folgen der Variante "Schnellumbau", Zuwachseinbußen, Nutzungslücken, extrem hohe Kulturausgaben in einem kurzen Zeitabschnitt, vermeiden. Gegenüber der Variante "kein Umbau" besitzt die Variante "Standort" höhere Kulturkosten und geringere Holzerlöse durch höhere Buchenanteile in den Beständen. Auch im Vergleich dieser beiden Varianten zeigt sich, dass die Erhöhung der Stabilität der Bestände durch Waldumbau auf längere Sicht zwar zu geringeren ZE-Anfällen führt, die betrieblichen Kennzahlen wie Reinertrag, durchschnittliche Holzerlöse pro Hektar Holzbodenfläche oder Kapitalwert aber unter denen der Variante "kein Umbau" liegen.
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141304113200ZeitschriftBüchermagazinVerfügbar