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  • Titel
    Multifunktionale Landnutzung am Stadtrand : Innovative Landschaftsentwicklung durch Integration von Naturschutz, Landwirtschaft und Naherholung am Beispiel Hannover-Kronsberg : Abschlussbericht zum E+E-Vorhaben "Multifunktionale Landnutzung am Stadtrand - Beispiel Hannover-Kronsberg" - wissenschaftliche Begleituntersuchung
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Bonn
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Seiten
    188 S.
  • Illustrationen
    35 Abb., 2 Karten, zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-7843-3915-8
  • Standardsignatur
    15101
  • Datensatznummer
    125407
  • Quelle
  • Abstract
    In der vorliegenden Arbeit werden die wesentlichen Ergebnisse von fünf Jahren wissenschaftliche Begleituntersuchung zum Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E-Vorhaben) "Naturschutzorientierte Entwicklung im suburbanen Bereich am Beispiel Hannover-Kronsberg - Entwicklung und Erprobung eines Umsetzungskonzeptes zur Integration von Naturschutz, Erholungsvorsorge, Landschaftspflege, Ökolandbau sowie Natur- und Umweltbildung im Stadtrandbereich" dargestellt. Das E+E-Vorhaben wurde als Modellprojekt zur Entwicklung und Erprobung neuer Managementstrategien für Freiräume am Rande von Ballungsräumen vom Grünflächenamt der Stadt Hannover von Mai 1998 bis Dezember 2001 durchgeführt. Es wurde am Südostrand der Stadt Hannover in unmittelbarer Nähe zum Gelände der Weltausstellung EXPO 2000 und dem Gelände der Hannover-Messe realisiert. Übergeordnetes Ziel des E+E-Vorhabens war es, Ansprüche des Naturschutzes, der Naherholung und der Landwirtschaft innerhalb eines integrierten Gesamtkonzeptes bei höchstmöglicher Effizienz des Einsatzes öffentlicher Mittel zu verbinden. Hochwertige multifunktionale Freiräume in attraktiver Lage sollten am Stadtrand von Hannover geschaffen werden. Langfristig sollen so diese Freiflächen im suburbanen Raum vor weiterem Flächenverbau geschützt werden. Langfristig sollen so diese Freiflächen im suburbanen Raum vor weiterem Flächenverbrauch geschützt werden. Die grundlegende Hypothese für die Realisierung dieser Zielstellung war, dass eine multifunktionale Landnutzung eine bessere Chance zur Entwicklung, zur Nutzung und zum Erhalt von suburbanen Freiräumen bietet als eine segregierte, monofunktionale Nutzung. Ausgehend von dieser Hypothese wurde im Vorhaben angestrebt, synergistische Wirkungen für Naturschutz, Naherholung und Landwirtschaft zu fördern und traditionelle Konflikte und Konkurrenzen im suburbanen Landschaftsraum zu vermeiden. Unter dieser Prämisse sollte die ausgeräumte, intensiv ackerbaulich genutzte Landschaft am Kronsberg zu einer reich strukturierten Landschaft entwickelt werden, die den Ansprüchen von Arten- und Biotopschutz, Naherholung und Landwirtschaft gleichermaßen gerecht wird. Zur Realisierung der Ziele des E+E-Vorhabens wurden am Kronsberg zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die einerseits auf die Gestaltung und Entwicklung des Landschaftsraumes abzielten und andererseits konkrete Nutzungen des Landschaftsraumes vorgaben bzw. begleiten sollten. Mit dem E+E-Vorhaben wurden ca. 100 ha der insgesamt 600 ha Ackerflächen am Kronsberg von konventioneller auf ökologische Produktion umgestellt. Während 500 ha konventioneller Anbaufläche weiterhin von ortsansässigen Landwirten bewirtschaftet wurden, wurde für die ökologische Nahrungsmittelproduktion eigens ein neuer Hof, der Kronsberghof, erbaut. Damit sollte im suburbanen Raum des Kronsberges ein ökologisch wirtschaftender Betrieb etabliert werden, der eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen am Kronsberg übernimmt. Die auf seinen stadtnahen Flächen erzeugten Produkte wurden vor Ort durch die Betriebe der Herrmannsdorfer Landwerkstätten (HLW) weiterverarbeitet, um über einen Hofladen und die Gastronomie der HLW sowie über Verkaufsläden in der Stadt lokal und regional vermarktet zu werden. Zentrales Element der Landschaftsgestaltung am Kronsberg ist die Allmende. Sie bildet ein als öffentliche Grünfläche ausgewiesenes 50 bis 250 m breites Band direkt am Bebauungsrand und vermittelt zur freien Landschaft. Die ca. 40 ha großen Flächen sollten sich durch Selbstbegrünung aus Acker zu einem artenreichen Extensivgrünland entwickeln, das auch von Naherholungssuchenden genutzt werden kann und gleichzeitig eine günstige "Pflege durch landwirtschaftliche Nutzung" ermöglicht. Zu den Voraussetzungen für die Pflege der Allmende gehörten der Bau eines Schafstalles und die Anschaffung einer Schafherde, die vom Kronsberghof übernommen wurde. Neue Wege, die mit breiten Wegrainen angelegt wurden, sollten den Landschaftsraum für Naherholungssuchende und Landwirte gleichermaßen erschließen. Die Wegeführung und die Ausgestaltung der Seitenräume erfolgte dabei unter besonderen Gesichtspunkten der Ästhetik und des Arten- und Biotopschutzes. Ein weiterer Teil des landschaftsarchitektonischen Entwicklungskonzeptes waren Aussichtshügel als künstliche Überhöhung des Kronsbergkammes. Sie dienten der Aufnahme von Unterbodenaushub aus nahegelegenen Baustellen, sollten die gute Aussicht auch dann bieten, wenn die Kammwälder höher gewachsen sind und zugleich als Sonderstandorte im Sinne des Artenschutzes entwickelt werden. Aufwaldungen und Lichtungen waren z.T. bereits vor dem E+E-Vorhaben auf dem Kronsberg vorhanden. Sie sollten im Vorhaben z.B. durch Ergänzungspflanzungen und die Anlage breiter Waldsäume stärker an die Erfordernisse von Naturschutz und Naherholung angepasst werden. Obstbäume und Alleen sollten den Charakter des Kronsberges als naturnahe Kulturlandschaft stärken. An ihnen sollte gleichzeitig des Konzept "Pflege durch Nutzung" zusammen mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen erprobt werden. Ein Schwerpunktthema des gesamten E+E-Vorhabens war die Vermittlung der Projektinhalte, Ziele und Zwecke der neuen Einrichtungen an die Besucher, Anwohner und Nutzer des Landschaftsraumes. Hinzu kam die frühzeitige Erkennung und Lösung von Konflikten zwischen verschiedenen Interessengruppen. Für diese Vermittlungsarbeit wurden während der gesamten Projektlaufzeit zwei sog. Fieldworker als Mitarbeiter des Grünflächenamtes eingesetzt. Einige der Anlagen auf den Herrmannsdorfer Landwerkstätten wurden in erster Linie für die Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit errichtet (Bauerngarten, Nutztierstall). Daneben wurden auch verschiedene Medien und Materialien für die öffentlichkeitswirksame Vermittlung und Verbreitung des Projektinhalte erstellt und eingesetzt (Film, Broschüren, Faltblätter etc.) sowie zahlreiche Führungen und Veranstaltungen angeboten.
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141237415101ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar