Titel
Vergleichende Untersuchungen über Wachstum und Ertrag der Rotbuche in Sachsen : Dissertation
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
1941
Seiten
119 S.
Illustrationen
12 Abb., 64 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
3808
Datensatznummer
124573
Abstract
Die Aufnahmeergebnisse der langfristigen, z.T. bis zu 75 Jahren zurückreichenden sächsischen Buchenversuchsflächen wurden einer vergleichenden Auswertung unterzogen. Da die Unterlagen nach Art und Umfang nicht ausreichend sind, um einen allgemeinen Durchschnitt der Ertrags- und Wachstumsverhältnisse der Buche in Sachsen zu gewinnen, wurden die bisherigen Versuchsflächenergebnisse einer vergleichenden Betrachtung an Hand der sonstigen Buchenertragstafeln unterzogen. Zu diesem Zweck wurde im ersten Hauptteil der Arbeit ein entwicklungsgeschichtlicher Überblick über die wichtigen bisherigen deutschen Buchenertragstafeln gegeben. Im II. Teil wurden die Ergebnisse der 36 sächsischen Buchenertragsflächen, die erst durch umfangreiche, rechnerische Bearbeitung gewonnen werden mußten, hinsichtlich ihrer wichtigsten Ertragskomponenten dargestellt und mit der Schwappach-Wiedemann'schen Ertragstafel verglichen. Es ergab sich eine weitgehende Übereinstimmung hinsichtlich der Höhenentwicklung und Gesamtderholzleistung, wie auch hinsichtlich ihres relativen Verlaufs. Mehr oder minder starke Abweichungen zeigten sich dagegen bezüglich der Entwicklung des verbleibenden Bestandes, der in der Jugend über, im höheren Alter unter den tafelmäßigen Angaben liegt. Sie sind in erster Linie wohl die Folge der während des langen Versuchszeitraumes geänderten und von der Ertragstafelnorm abweichenden Bestandsbehandlung. Die Ursachen und Zusammenhänge dieser Abweichungen wurden bei den einzelnen Faktoren nach Möglichkeit aufgedeckt. Mittelbar ergab sich dabei die neuerliche Bestätigung der von Verschiedenheiten der Bestandsbehandlung weitgehend unabhängigen Konstanz der Gesamtmassenleistung bei bestimmter Standortsgüte, andererseits aber auch das Nichtbestehen einer einfachen Korrelation zwischen Vorratshaltung (Bestockungsgrad) und Zuwachsleistung. Die im III. Teil behandelten Ergebnisse der Durchforstungsversuchsflächen bilden eine gleichsinnige Bestätigung der Ergebnisse Wimmers, Dieterichs und vor allem Wiedemanns, daß eine wesentliche Steigerung der Gesamtmassenerzeugung auf dem Wege starker und stärkster Durchforstung im allgemeinen nicht möglich ist. Das bedeutet aber keineswegs ein negatives Ergebnis. Vielmehr kann die künftige Durchforstungsarbeit im Buchenwald sich weitgehend nach waldbaulichen Bedürfnissen und nach der Holzmarktlage einstellen, ohne befürchten zu müssen, daß dadurch das wirtschaftliche Ergebnis führbar nachteilig beeinflußt wird. Allerdings bekommt nun in der Gegenwart das Problem der zweckmäßigsten Bestandsbehandlung mit dem Ziel optimaler Wertserzeugung gerade bei der Buche ganz neue Seiten durch die einschneidenden Änderungen, welche die moderne Holztechnologie nun der Verwendung des Buchenholzes, darunter auch in Form von Wert-, Zellstoffholz usw., eröffent. Sie erfordert eine eingehendere Bearbeitung des Durchforstungsproblems bei der Buche auch nach der wertmäßigen Auswirkung. Voraussichtlich wird dann sowohl aus waldbaulichen Gründen, wie auch vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt die stärkere Durchforstung sich als bevorzugenswert erweisen.