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  • Titel
    Dalby Söderskog : En Skansk Lövskog i Forntid Och Nutid
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Stockholm
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1938
  • Seiten
    273 S.
  • Illustrationen
    99 Abb., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Monographie
  • Standardsignatur
    3662
  • Datensatznummer
    124303
  • Abstract
    Dalby Söderskog liegt in Skane (Schonen) im südlichsten Schweden in einer Entfernung von 10 Kilometer von der Stadt Lund (siehe S. 9). Es ist ein reicher Laubmischwald mit einem Areal von ungefähr 36 Hektar. Dieser Wald wurde im Jahre 1918 als Naturschutzgebiet erklärt und damit der Forstverwaltung entzogen. Leider bot sich mir keine Gelegenheit genaue Angaben über die Frühgeschichte von Dalby Söderskog zu erhalten, weshalb ich die vorliegende Schilderung auf die Schlüsse und Annahmen gründen musste, die meines Erachtens aus späteren Angaben über Dalby Söderskog und Hästhagen (siehe S. 9) und dem Vorkommen von frühhistorischen Wällen gezogen werden konnten. Man glaubt annehmen zu dürfen, dass der große Hästhagewall in Dalby Söderskog (siehe Fig. 26) nicht als gewöhnlicher Einhegungswall für das Vieh zu betrachten ist. In einer Gegen, die so reich an Stein und Wald ist, wie das Dalby-Gelände, dürfte man wohl, wenn es sich um die Anlage eines Geheges mitten im Walde auf schwerem Lehmboden handelte, die Plätze mit Stein oder Holz umzäunt haben, anstatt diese Erdwälle zu bauen. Diese Annahme erscheint auch dadurch glaubhaft, dass Einhegungen aus Erde im übrigen Dalby-Gelände vermisst werden. Der Hästhagewall ist auch von weit grösseren Dimensionen, als die sonst in dieser Gegen üblichen Umzäunungswälle. Deren natur als Umzäunungswälle wird noch mehr streitig, wenn man berücksichtigt, dass es sicht erwiesen hat, dass die später in Hästhagen angelegten und zweifelsohne aus dem Mittelalter stammenden Gehege von den hier erwähnten Erdwällen nicht Nutzen zogen, sondern dieselben dublierten. Auch die Traditionen haben nicht von Viegehegen längs dieser Wälle zu erzählen. Man wollte auch annehmen, dass diese Anlage ein Dränagesystem sei, was jedoch bei näherer Überlegung hinfällig wird, Die Gräben gehen nämlich of an ihrem Dränageobjekt vorbei und folgen nicht dem Terrain. Desweiteren sind auch die Dimensionen zu gross. Eine am Bache gelegene innere Anlage, genannt "Bla rummet" (Die blaue Blösse), bestehend aus einem Kern aus der Erde, der von zwei tiefen Hohlwegen umgeben ist, kann kaum mit dem oben erwähnten Pferdegehege in Zusammenhang gesetzt werden. Die hier von Menschenhänden ausgeführte Arbeit ist zu weitläufig, um eine Theorie stützen zu können, dass die Anlage nur zu dem Zweck gebaut ist, Pferde mit Trinkwasser zu versehen. Die Tradition hat bis zu unserer Zeit ein paar komplizierte Sagen überliefert. Wenn man auch nicht ohne weiteres annehmen darf, dass Realitäten hinter diesen Überlieferungen stehen, so ist es doch bemerkenswert, dass die Tradition sich überhaupt mit den Wällen beschäftigt, wenn diese nur gewöhnliche Mullgräben sein sollten. Die Erzählung über einen Kultplatz innerhalb der Wälle kann sich übrigens auf die Tatsache gründen, dass sich dort drei gleichgrosse Blöcke befinden, die mit Sicherheit von Menschen dahingebracht worden sind. Für diese Blöcke dürfte die Bezeichnung Kultsteine am nächsten zur Hand liegen. Auch das allgemeine Milieu, in dem die Anlage belegen ist, macht die Theorie, dass die Wälle die Einhegung eines Kultplatzes sind, glaubhaft. Sie liegt in einer Gegend, wo die uralten Kulturteile von Skane (Schonen) zusammenschmolzen, und wo Lund, Kungsmarken und Arendala einige der bedeutendsten Kulturzentren Ende des Altertums waren. Sie liegt ebenfalls im direkten Kontakt mit Dalby, wo, wie wir wissen, die christliche Mission schon in sehr frühen Zeiten konzentriert war. Und die Mission wirkte ja oft in den alten heidnischen Kulturzentren. Der Hästhagewall gleicht rein morphologisch gesehen gewissen englischen, mitteleuropäischen und schwedischen Volksburgen, nämlich den s.g. Plateauburgen im nordwesteuropäischen Flachlande. Mit der Benennung Volksburg (Forneborg) wurden bisher von schwedischen Forschern alle von Wällen umgebene Plätze bezeichnet, die nicht direkt als Viegehege angesehen werden konnten. Die in Rede stehende Anlage ist u.a. verglichen worden mit Östergarnsholm auf Gotland, Skyttsie hage in Skane und mit einem von Helmold beschriebenen norddeutschen Kultplatz. Aus dem vergleichenden Studium glaube ich, den Schluss ziehen zu dürfen, dass der wallumzäunte Platz in erster Linie als eine relativ späte Volksburg ohne grössere strategische Bedeutung zu betrachten ist. Vielleicht war diese "Volksburg" ganz einfach ein heidnischer Opferhain.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
14117313662MonographieBüchermagazinVerfügbar