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  • Titel
    Untersuchungen über das photochemische Klima von Wien, Cairo und Buitenzorg (Java)
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1896
  • Seiten
    94 S.
  • Illustrationen
    10 Abb.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    1629
  • Datensatznummer
    123352
  • Quelle
  • Abstract
    Die größte chemische Lichtintensität, welche in Wien beobachtet wurde, beträgt 1.500, die von Buitenzorg (zwischen November und Februar) 1.612. Die mittlere Mittagsintensität verhält sich zum mittleren Tagesmaximum in Wien 1:1.08, in Buitenzorg (in der genannten Beobachtungszeit) wie 1:1.22. In Wien schwankt im Jahre die Mittagsintensität im Verhältnisse von 1:214, in Buitenzorg (in der Beobachtungszeit) im Verhältnis 1:124. Die Jahreskurve der mittleren täglichen Maxima fällt für Wien nahezu mit der Kurve der Mittagsintensitäten zusammen. Nicht so in Bezug auf Buitenzorg, wo das Tagesmaximum in der Regel auf die Vormittagsstunden fällt. An Tagen, welche um den Mittag herum klar oder gleichmässig bewölkt sind, fällt in Wien in der Regel, und in Buitenzorg, wie es scheint immer, das Maximum auf den Mittag. In Cairo wurde bei völlig klar erscheinendem Himmel eine starke Depression der Tageskure der Intensität beobachtet. Selten und abgeschwächt wurde diese Depression auch in Wien wahrgenommen. In Buitenzorg ist in der Regel vormittags die chemische Lichtintensität größer als nachmittags. In Wien überwiegt dieses Verhältnis in den Monaten Juni und Juli. Die Morgenintensitäten sind in der Regel höher als die Abendintensitäten, selbst bei anscheinend gleichem Bedeckungsgrad des Himmels. Das Maximum der chemischen Lichtintensität fällt in Wien auf den Monat Juli. Dasselbe wurd für Kew (Roscoe) und für Fecamp (Marchard) konstatiert, während in St. Petersburg (nach täglichen, um 1h p.m. von Stelling angestellten Beobachtungen) das Maximum Anfangs Juni eintritt. Die Periode Januar - Juni hat in Wien eine größere chemische Lichtintensität als die Periode Juli - Dezember. Frühling und erste Sommerhälfte weisen eine geringere Intensität auf als Herbst und zweite Sommerhälfte. Diese Resultate stimmen mit Roscoe's in Kew gewonnenen Ergebnissen, aber nur zum Teile mit jenen überein, welche Marchard in Fecamp erhielt. Die mittlere tägliche Lichtsumme für Buitenzorg in den Monaten November und Dezember entsprechen trotz beträchtlich größerer mittäglicher Sonnenhöhe der mittleren Lichtsumme des Augusts in Wien. Die Januar-Lichtsumme in Buitenzorg gleicht etwa der des Juni in Wien. Die bisher angenommenen große, mit der Annäherung an der Äquator eintretende starke Steigerung der Lichtsumme trifft nicht zu, wenn die Wiener und Buitenzorger Daten verglichen werden. Unter Annahme eines unbedeckten Himmels haben die bisher angenommenen hohen Lichtsummen der Tropen gewiss ihre Richtigkeit, allein die oben vorgeführten tatsächlichen Verhältnisse entsprechen diesen Angaben nicht und haben wohl für alle jene heiss-feuchten Tropengebiete, welche fast das ganze Jahr hindurch so wolken- und regenreich sind wie Buitenzorg, keine Geltung. Die starke, im heiss-feuchten Tropengebiete stattfindende Himmelsbedeckung und die im Vergleiche zu unserem Hochsommer kürzere Tageslänge in den Tropen erklären die relativ kleinen dortigen Lichtsummen. In Übereinstimmung mit Stelling wurde gefunden, dass bei halbbedeckter oder unbedeckter Sonne die Himmelsbedeckung nur einen untergeordneten Einfluss auf die chemische Lichtstärke ausübt, dass aber bei vollkommener Bedeckung des Himmels eine starke Herabsetzung der Intensität sich einstellt, und zwar entsprechend dem Grade dieser Bedeckung. Die Intensität des diffusen Lichtes ist bei bedeckter Sonne für gleiche Sonnenhöhen in Buitenzorg größer als in Wien und hier im Sommer größer als im Winter. Bei geringen und mittleren Sonnenständen, unbedeckter oder halbbedeckter Sonne und gleichem Sonnenstande ist die chemische Lichtintensität in Buitenzorg höher als in Wien und hier höher als in Cairo. Bis zu einer Sonnenhöhe von 18-19 Grad ist in Wien an klaren Tagen die chemische Intensität des direkten Sonnenlichtes gleich Null (also die chemische Intensität des Gesamtlichtes gleich jener des diffusen Lichtes), erreicht mit zunehmender Sonnenhöhe die chemische Intensität des diffusen Lichtes und überschreitet nach den bisherigen Beobachtungen selbst bei den höchsten Sonnenständen und unbedeckter Sonne nicht das Doppelte der chemischen Intensität des diffusen Lichtes. Mit steigender Sonnenhöhe nimmt für den gleichen Bedeckungsgrad der Sonne sowohl in Wien als in Buitenzorg die chemische Intensität des Lichtes zu. In je geringerem Grade die Sonne bedeckt ist, in desto höherem Grade nähern sich bei gleicher Sonnenhöhe die chemischen Lichtintensitäten, so dass bei sehr hohen Sonnenständen und bei unbedecktem Himmel die größte Annäherung der chemischen Lichtintensitäten in Wien (Hochsommer) und Buitenzorg erfolgt, welche sich fast bis zur Gleichheit der Lichtstärken steigern kann. Dass in Cairo bei unbedeckt erscheinendem Himmel und bei gleicher Sonnenhöhe die Lichtintensitäten kleiner sein können als in Buitenzorg und auch in Wien, ja selbst zu Mittag eine Erniedrigung erfahren können, hat in der Beobachtung sich entziehenden Zuständen der Atmosphäre seinen Grund. Zeitweilig sind solche Intensitätsverminderungen auch in Wien wahrnehmbar, so dass dann das Tagesmaximum an klaren oder gleichmäßig bewölkten Tagen verfrüht oder verzögert eintritt. So wie von Roscoe in Para (Brasilien), so sind von uns auch in Buitenzorg häufig große und rasch hintereinanderfolgende Schwankungen der chemischen Lichtstärke beobachtet worden. Aus einigen von Dr. Figdor am Sonnblick (3103 m) angestellten Beobachtungen geht die große Zunahme der chemischen Lichtstärke bei Zunahme der Seehöhe hervor.
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14113211629MonographieBüchermagazinVerfügbar