Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Monitoring von mit gentechnisch verändertem Mais kontaminierten Maisfeldern : Endbericht des Forschungsauftrags Zl. 353.172/9-IX/9/01
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2004
  • Seiten
    137 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-900019-15-0
  • Standardsignatur
    14998
  • Datensatznummer
    119150
  • Quelle
  • Abstract
    Im Frühjahr 2001 wurde Saatgut der Sorten PR39D81 und MONALISA in Verkehr gebracht, die mit gentechnisch verändertem Material der Linie Bt11 verunreinigt war. Die vorliegende Monitoringstudie beinhaltete die Erfassung der gentechnischen Kontamination an Pflanzen und im Boden und Fragen der ökologischen Begleitforschung. Weitere Schwerpunkte waren Untersuchungen zu Auskreuzungen in Flächen mit konventionellem bzw. Mais-Bioanbau und die Auswirkungen auf die Honigproduktion. Die Analyse von Pflanzenmaterial aus den Verdachtsfeldern mittel PCR bestätigt den Verdacht in einigen, aber nicht in allen Fällen. Da die Verunreinigung sehr gering war - in den untersuchten Proben < 0,1 % - ist ein Nachweis anhand von Pflanzenmaterial relativ schwierig, da die notwendige Probengröße (mindestens 3000 Einzelproben) nur unter sehr hohem Zeitaufwand möglich ist. Im Boden konnte bereits nach einem Jahr Verweildauer in keiner der untersuchten Proben GVO DNA nachgewiesen werden. Auch hier liegt die Ursache im geringen Kontaminationsgrad des angebauten Saatguts. Da auch nach einem Jahr immer noch Mais DNA nachgewiesen werden konnte, lässt sich aber feststellen, dass für Monitoringuntersuchungen, z.B. im Rahmen von Freisetzungsversuchen, ein über den Zeitpunkt des Anbaus hinausgehendes Untersuchungsprogramm, zumindest für Bodenorganismen sinnvoll ist. Ein entomologisches Monitoring von GVO muss sich auf spezifische Risikohypothesen stützen, die klare Ursachen-Wirkungsbeziehungen definieren. Im Falle von insektenresistentem Bt-Mais sind dies in erster Linie mögliche negative Effekte auf Nichtzielorganismen, die über den Konsum von Bt-hältigem Maispollen geschädigt werden können. Eine Reihe von neueren Untersuchungen weist auf das Risikopotenzial von Bt-Mais vor allem für die Organismengruppe der Lepidopteren hin. So konnten negative effekte von Bt176 auf das L2 Larvenstadium des Tagpfauenauges (Inachis io), die Bt-hältigen Pollen auf Brennessel Blättern fraßen, gezeigt werden. Auch die Larven von Kohlmotten und Kohlweisslingen zeigten unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber Bt-176hältigen Pollen. Obwohl das Tagpfauenauge in Österreich keiner Gefährdungskategorie zuzuordnen ist, ist es ein häufiger Falter, der in der vorliegenden Untersuchung an allen Standorten in unmittelbarer Nachbarschaft von Maisfeldern nachgewiesen wurde. Aufgrund des dokumentierten Risikopotenzials sollten Vorkommen und Verbreitung von Tagpfauenaugenlarven ein wesentlicher Schwerpunkt eines fallspezifischen Bt-Langzeitmonitorings sein. Eine Aussage hinsichtlich der Beeinträchtigung der Maiszünslerpopulationen und von Nichtzielorganismen in den untersuchten Maisanbaugebieten aufgrund der Kontamination der Maisfelder mit Bt-Mais ist aufgrund der vorliegenden Studie schwierig, da die Kenntnis der Basislinie sowie der natürlichen Schwankungsbreiten derzeit nicht ausreicht, um qualitative oder quantitative Veränderungen erkennen zu können, die auf eine Beeinträchtigung des Bt-Toxins zurückzuführen sind. Selbst wenn eine GV-Kontamination der Maisfelder negative Effekte auf die untersuchten Arthropodengruppen nach sich zieht, so ist deren Nachweis auf der Populationsebene nicht möglich, solange sie sich im Rahmen der natürlichen Populationsschwankungsbreiten befinden. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass eine Reihe von seltenen oder eng an ihr Habitat gebundene Arthropodenarten im Einflussbereich von Maisfeldern nachgewiesen werden, die somit möglichen negativen Auswirkungen von transgenem, insektenreistentem Mais unterligen können.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
140907414998ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar