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  • Titel
    Zwischen schwacher und starker Durchforstung : Eine historisch-kritische Betrachtung von gegenwärtiger Bedeutung
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Frankfurt am Main
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1949
  • Seiten
    94 S.
  • Material
    Monographie
  • Standardsignatur
    Trk-A138; 4491
  • Datensatznummer
    112292
  • Abstract
    Untersuchungen zur Höhe und Dauer der einmaligen Übergangsnutzung füllen die vorliegende Untersuchung, bilden ihren stofflichen Gehalt. Auf mannigfachen Wegen suchten wir die Erscheinung in ihren Ausmaßen zu kennzeichnen und in ihren Wirkungen zu erfassen. Alles war wir auf diesem Wege an Erkenntnissen sammelten, wird uns in jedem gleichgelagerten Falle erneut und in gleichem Umfange begegnen. Darin liegt der objektive Erkenntniswert dieser Untersuchungen begründet, darin ruht ihre generelle Geltung. Überall, wo die Erscheinung des Überganges sich vorfindet, sind wir in der Lage in den Grenzen der unvermeidlichen Fehler solcher Untersuchungen ihren materiellen Umfang zu berechnen. Doch treffen solche Untersuchungen und Berechnungen nicht das Wesentliche. Der Begriff des einmaligen Übergangsertrags mutet uns zweispältig an. Und in der Tat, wir sind der Versuchung oft genug erlegen, dort wo eine Erscheinung sich tausendfach in gleicher Weise wiederholt, in dem ihr adäquaten Begriff einen Allgemeinbegriff zu sehen, der, weil Vorgänge der äußeren Natur in Erscheinung traten, ein naturwissenschaftlich nominalstischer Ordnungsbegriff sein müsse. Wir haben gar oft und gerne in diesem Sinne von Wuchsgesetzen gesprochen, wo wir von wesensmäßig geformten Gestalten hätten sprechen müssen. Damit sind wir bei dem Kern: den Begriff der einmaligen Übergangsnutzung als historischen Begriff zu entdecken und die ihm entsprechenden Erscheinungen in ihrer Einmaligkeit im Strome des Geschehens zu sehen. Zweierlei Gewinn bringt diese Erkenntnis uns ein. Vermittelt das Wissen, um die Unmöglichkeit sie zu wiederholen ihre Einmaligkeit, dann müssen wir die gleiche Einmaligkeit auch der Gestalt zubilligen, aus der sie hervorging: dem Fachwerkswald schwach bis mäßiger Durchforstung des 19. Jahrhunderts, der durch sie gewandelt wird. Deshalb sprechen wir im Zusammenhang der Gedanken dieses Abschnittes auch von intensiv durchforsteten Wäldern - betriebswissenschaftlich sollten wir Betriebsklassen sagen - und nicht von Beständen. Sodann wird die Erkenntnis von der Einmaligkeit der Übergangsnutzung, sie als historischen Begriff aufzeigend, dartun, dass sie zu einer neuen Gestalt hinüberführt: zu dem intensiv durchforsteten Wald des 20. Jahrhunderts. Dass sie diesen Wald in seiner Gestalt keinesweg vollständig erklärt, dass die gegenwärtigen Zustände wie die zukünftigen Ertragsmöglichkeiten dieser heutigen Wälder mannigfaltigster Art sind, erhellt aus der Erfahrung über die ebensolche Mannigfaltigkeit der Ursachen, die zum Gestaltwandel des Waldes des 20. Jahrhunderts geführt haben. Aber wir wissen auch, dass trotzdem dieses erste halbe Jahrhundert als die Epoche des Überganges zur intensiven Durchforstung bezeichnet werden muss, als der Zeitraum, während dem der gleichaltrige mäßig durchforstete Fachwerkhochwald einem gewaltigen Auflösungsprozess unterlag, in dessen Verlauf dieser Wechsel in der Durchforstungsstärke unter allen mitwirkenden Ursachen die zunächst unsichtbarste, aber die wohl wirksamte Rolle spielte. Wir hegen in diesem Zusammenhang nicht die Absicht, die mancherlei sich widerstreitenden Ideen aufzuzeigen und die Ursachen aufzuhellen, die zur Vernichtung der Nachhaltidee und der ihr entsprechenden Waldaufbauform geführt haben. Solche Überlegungen sind einer kulturphilosophischen Betrachtung vorbehalten. Hier wollen wir lediglich und zunächst die ertragskundliche Seite der Erscheinung der einmaligen Übergangsnutzung erörtern. Aus der wiederholt getroffenen Feststellung, dass die Gesamtmassenerzeugung innerhalb einer gewissen Variationsbreite der Bestandesdichte praktisch konstant bleibt, außerhalb dieser Grenze mit der dichteren wie lichteren Bestockung aber sinkt, ergab sich die erste Einschränkung der erhofften Wirkung intensiver Durchforstung. Die Flucht in den Z-Stamm der Hochdurchforstung ist der missglückte Versuch mit dessen Massen- wie oft nur scheinbarem Gütezuwachs die Vorratsabschwendung des Überganges zu rechtfertigen. Man übersah, dass der Durchmesserzuwachs nur bedingt einen steigenden Wirtschaftserfolg bedeutet (siehe das Kapitel A IV). Diese Untersuchung soll in einem Augenblick, da alle Methodik der Forsteinrichtung, insbesondere der Ertragsermittlung, noch am Hergebrachten haftet, aus dem durch die einmalige Nutzung bedingten Gestaltwandel auch die Notwendigkeit neuer Forsteinrichtungsverfahren dartun. Sie wird in gleicher Weise zu betriebswirtschaftlichen Überlegungen Anlass geben. Dort, wo im Laufe bereits zurückgelegter Übergangszeiträume die 20 bis 30 Prozent Vorratsminderung im Gewinnkonto verschwunden sind, anstatt im Kapitalkonto in veränderter, um nicht zu sagen in veredelter Form wieder zu erscheinen, muss es zum Schaden des Betriebes dort bleiben. Dort aber, wo man die Einmaligkeit verkennend die Übergangserträge den nachhaltigen Leistungen einrechnet und nach solchen Erträgen die künftige Leistungsfähigkeit der Betriebe beurteilt, setzt man die waldfeindliche Politik der Kapitalabschwendung fort. Wir dürfen nir übersehen, dass allein durch den Übergang zur intensiven Durchforstung die forstlichen Betriebe eine zum mindesten 20-prozentige Kapitaleinbuße erlitten haben.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1403180Trk-A138MonographieFAST TraunkirchenVerfügbar
1403180X407124491MonographieBüchermagazinVerfügbar