Titel
Humanbiomonitoring von Moschusduftstoffen : Endbericht
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
26 S.
Illustrationen
1 Abb., 38 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
3-900019-13-4
Standardsignatur
14998
Datensatznummer
111803
Quelle
Abstract
In einer Stichprobe von 100 jungen Erwachsenen (Durchschnittsalter 25,5; Bereich 19-43 Jahre) wurde das Verbrauchsverhalten bzgl. kosmetischer Produkte, der Konsum von Fisch und Fleisch mittels Fragebogen erhoben sowie deren Blut auf fünf synthetische Nitromoschusverbindungen und sechs polyzyklische Moschusverbindungen mittels GC-MS/NCl untersucht. Von den elf analysierten synthetischen Moschusverbindungen waren vier in einem höheren Anteil im Blut nachweisbar: Moschu-Keton in 17%, Moschus-Xylol in 79%, Galaxolid in 91% und Tonalid in 17% der Fälle. Konzentrationen über 100 ng/l wurden jedoch nur bei Galaxolid und Tonalid festgestellt. In zwei Fällen wurde Moschus-Ambrette gefunden, wobei in einem Fall der Wert die Bestimmungsgrenze überschritten hat. Bei dieser Probandin konnte in der Anamnese die Verwendung von kosmetischen Produkten ausschließlich eines Herstellers ermittelt werden. Die Zusammenhänge der Konzentration an Moschusverbindungen im Blut mit dem Verbraucherverhalten waren nicht sehr deutlich, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass die verwendeten Produkte sehr unterschiedliche Gehalte an Moschusverbindungen aufweisen und die Verwendung einer Produktgruppe allein noch keine Aussage über die Exposition zulässt. Am deutlichsten waren die Zusammenhänge mit der Häufigkeit des Einsatzes von Körpercremes. Ein Zusammenhang von Blutkonzentrationen mit dem Ernährungsverhalten konnte nicht festgestellt werden. Obwohl synthetische Moschusverbindungen in Fischprodukten nachgewiesen wurden, dürfte der orale Aufnahmeweg von geringerer Bedeutung sein. Die maximalen Konzentrationen an Moschusduftstoffen im Blut lagen im Bereich weniger Mikrogramm pro Liter. Dabei waren diese Konzentrationen hauptsächlich auf polyzyklische Verbindungen zurückzuführen, die zwar gegenüber einigen Nitromoschusverbindungen toxikologisch günstiger bewertet werden, deren langfristigen Wirkungen aber derzeit nicht beurteilt werden können. Insgesamt lagen jedoch die gemessenen Konzentrationen mehere Größenordnungen unter jenen Werten bei welchen in der Literatur toxische Wirkungen beschrieben wurden.