Titel
Zwischenbewertung der Interventionen der Ziel-2-Programme, des RESIDER II- und des RECHAR II-Programmes in der Programmperiode 1995-99 in Österreich : Kurzband
Körperschaft
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
114 S.
Illustrationen
53 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
3-85186-048-9
Standardsignatur
8804
Datensatznummer
105142
Quelle
Abstract
Die österreichischen Ziel-2-Programme Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg verfügten nach bis zu zweijähriger Laufzeit über einen bereits beachtlichen Umsetzungsstand. Sowohl die Mittelbindungsquoten des EFRE als auch die Auszahlungsquoten im Rahmen der ESF-Förderung erreichen relativ hohe Werte. Die Wirkungsanalyse und die Kohärenzprüfung der Programme weisen darauf hin, daß die Programme geeignet sein dürften, den Umstrukturierungsprozeß in den Ziel-2-Regionen entsprechend zu unterstützen. Insgesamt konnten bis 31.12.1996 mit einem öffentlichen Mittelvolumen von rund 1 Mrd. Schilling im invetiven Bereich 567 Projekte sowie 1.014 Beratungen umgesetzt werden. Dadurch wurde ein Investitionsvolumen von 7,4 Mrd. Schilling angestoßen. Die Unternehmen wollen damit 2.040 Arbeitsplätze schaffen, wobei diese Zahl geplant und noch nicht realisiert sowie nicht um Mitnahme- und Verlagerungseffekte bereinigt ist. Allerdings sind rein quantitative Größen des Programmvollzugs kaum geeignet, die Wirkungen der Programme abzubilden. Weiterhin zeigt die Evaluierung daher folgende Erkenntnisse auf: In drei von vier Programmen (Ausnahme: Oberösterreich) wird eindeutig die direkte betriebliche Förderung gegenüber der Infrastrukturförderung (hier verstanden als "harte" und "weiche" Infrastruktur) präferiert. Diese Programmausrichtung bringt die Gefahr hoher Mitnahmeeffekte und einer starken Konjunkturabhängigkeit in der Mittelverwendung mit sich. Die betrieblichen Förderungen zeigen eine klare Schwerpunktsetzung zugunsten des verarbeitenden Gewebes und umgekehrt eine geringe Berücksichtigung des Dienstleistungssektors. Es dominieren Projekte zur betrieblichen Strukturverbesserung, weniger dagegen Erweiterungsinvestitionen oder auch Existenzgründungen und Neuansiedlungen innerhalb des industriellgewerblichen Sektors. Wichtige Impulse für die Aktivierung des endogenen Potentials der Regionen sind durch die vorgenommenen Infrastrukturinvestitionen ebenso wie durch die aufgebauten regionalen Beratungsstrukturen (Regionalmanagement-Stellen und ESF-Qualifikationsberatung) zu erwarten. Die eingesetzte ESF-Förderung scheint geeignet, die aus dem EFRE finanzierten Programmteile zu unterstützen. Die Integration der Fonds erfolgt, mit wenigen Ausnahmen, nur auf mittelbarem Wege. Die Verbesserung ihrer Integration könnte in vielen Fällen zu einer Verbesserung der Wirksamkeit des Mitteleinsatzes führen und die Orientierung am regionsspezifischen Bedarf stärken. Auch die Integration einer großen Zahl von bereits bestehenden betrieblichen Förderungsrichtlinien in die Programmumsetzung wirft ernstzunehmende Probleme auf: Einerseits wird damit eine Intransparenz bei Förderungsnehmer, Politik und Administration erzeugt, zum anderen werden klare Prioritätensetzungen schwieriger. Darüberhinaus kann durch die Verteilung der EU-Mittel auf eine Vielzahl von etablierten (betrieblichen) Förderungstöpfen der spezifische Zusatznutzen der EU-Programme nicht sichtbar gemacht werden. Durch die Integration einer Vielzahl von Kleinförderung wird zudem der ohnehin große administrative Aufwand übermäßig gesteigert. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse kann eine tendentielle Umorientierung von traditionellen Formen der Förderungen in Richtung einer stärkeren Betonung von FuE, entsprechender Infrastrukturen und Softmaßnahmen im Sinne der Förderung des "business environments" empfohlen werden. Letztlich sollte damit auch der Strukturwandel zu einer modernen Dienstleistungsökonomie unterstützt werden. Dies ist insbesondere für Ziel-2-Regionen mit traditionellem Mangel an (hochwertigen) Dienstleistungen von Bedeutung.