Titel
Zusammenhang von Wasser- und Stoffhaushalt in der Langen Bramke - Vergleich unterschiedlicher zeitlicher und räumlicher Maßstäbe
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
306 S.
Illustrationen
238 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12164
Datensatznummer
104306
Quelle
Abstract
Das Einzugsgebiet der Langen Bramke ist seit 50 Jahren Ziel wissenschaftlicher Untersuchungen, erst zum Wasserhaushalt, dann zum Stoffhaushalt. Dabei wurden in vielen Einzeluntersuchungen Beobachtungen zum Zusammenhang zwischen Veränderungen im Waldbestand (Kahlschlag, Magnesium-Mangelsymptome) und Veränderungen in den Stoff- und Wasserflüssen über die Grenzen des Einzugsgebiets erhoben. Ziel dieser Arbeit ist es, die unterschiedlichen räumlichen (Punkt - Einzugsgebiet) und zeitlichen Maßstäbe dieser Beobachtungen zu vergleichen und nach den dominierenden Prozessen zu suchen. Dabei werden insbesondere die langjährigen hydrochemischen Daten sowie der bis zur Pflanzung zurück verfolgbare Bestandeszuwachs vorgestellt und die identifizierten Muster in Abhängigkeit von ihrer Skala und den zugrunde liegenden Prozessen diskutiert. Die einzige nachweisbare Änderung der Hydrologie, die durch den aufwachsenden Fichtenbestand ausgelöst wurde, ist eine Erhöhung der (winterlichen) Interzeptionsverdunstung. Die bis Mitte der achtziger Jahre ansteigenden Säureeinträge führten über die Auswaschung von Sulfat und Nitrat zu einem Vorratsverlust von Calcium und Magnesium; das Magnesiumdefizit äußert sich in einer seit Beginn der achtziger Jahre sichtbaren Nadelvergilbung. Die Reduktion der Sulfateinträge in den letzten 10 Jahren um mehr als die Hälfte hat erst in 1004 den Abbau des zuvor im System akkumulierten Sulfats initiert. Die Konzentrationen im Abfluss sind durch bodenchemische Prozesse und den Grundwasserchemismus gegen kurzfristige Abflußschwankungen gut gepuffert. Erst ab einem saisonalen und jährlichen Maßstab können die beobachteten Muster der Konzentrationen im Abfluß und in der Bodenlösung durch den Wasserhaushalt erklärt werden. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auch beim Vergleich der unterschiedlichen räumlichen Auflösungen. Die einzelnen Meßpunkte im Boden zeigen nur geringe Ähnlichkeiten und demonstrieren eine starke Heterogenität. Die Unterschiede zwischen dem Einzugsgebiet der Langen Bramke und den benachbarten Einzugsgebieten der Dicken und Steilen Bramke dagegen sind gering und lassen sich hydrologisch erklären. Die Ergebnisse der prozeßorientierten Simulation der Sulfatdynamik und des zeitlich hochaufgelösten Wasserhaushalts ließen sich durch alle Skalenbereiche mit den Beobachtungen verknüpfen.