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  • Titel
    Fichtenforste als Ersatzgesellschaften von Hainsimsen-Buchenwäldern : Vegetation, Struktur und Vegetationsveränderungen eines Forstökosystems
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Göttingen
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Seiten
    173 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    12164
  • Datensatznummer
    102591
  • Quelle
  • Abstract
    Fichtenreinbestände als Ersatzgesellschaften von bodensauren Hainsimsen-Buchenwäldern sind heute grossflächig im mitteleuropäischen Mittelgebirgsraum verbreitet. Am Beispiel dieser Kunstforste mit der Fichte als standortsfremder Nutzholzart werden Vegetations- und Strukturveränderungen quantifiziert und im Hinblick auf Stabilität und Dynamik von Wald- und Forstökosystemen diskutiert (Teil II). Hierbei wird der Fichtenforst mit seiner naturnahen Ausgangsgesellschaft, dem Luzulo-Fagetum, verglichen. Zum Vergleich vegetationsstruktureller und standortsökologischer Parameter von Fichtenforsten mit denen von Hainsimsen-Buchenwäldern werden Vegetationstabellen aus verschiedenen Publikationen ausgewertet. Die Untersuchungen der Veränderungen von Struktur, Flora und Vegetation in Fichtenforsten und Buchenwäldern basieren auf vegetationskundlichen Wiederholungsaufnahmen aus Beständen, die bereits vor ca. 20 bis 30 Jahren untersucht worden sind. Die Wiederholungsuntersuchungen wurden im Zeitraum 1989 bis 1991 in der Nordeifel, dem Solling und dem Mittleren Thüringer Wald durchgeführt (Teil I). Vegetationsstrukturelle Parameter und deren Veränderung entlang eines Zeitgradienten weisen auf geringere Stabilität und erhöhte Dynamik in Fichtenforsten im Vergleich zu den naturnahen Ausgangsgesellschaften hin. Erhöhte Dynamik wird beispielsweise angezeigt durch grössere Schwankungen der Artenzahlen (Kap. 6.1) und der Evenness (Kap. 6.2) im Untersuchungszeitraum. Die Dynamik des pflanzenverfügbaren Stickstoffs im Boden - angezeigt durch den Stickstoff-Zeigerwert der Krautschicht - ist in Fichtenforsten erhöht (Kap. 6.3.2). Forstwirtschaftlich bedingte Auflichtung im Baumholzalter bzw. im Fichtenaltholz führt zu erhöhter Stickstoff-Mineralisation in der Nadelstreu. So gehören nitrophile Pflanzen, die ihren Verbreitungsschwerpunkt auf Kahlschlägen und Waldverlichtungen haben, im vegetationskundlichen "Reifestadium" (Bestandesalter > 60 Jahre) zum typischen Arteninventar in Fichtenforsten auf bodensauren Standorten. Die besseren Nährstoffbedingungen nach einer Bestandesauflichtung werden von anthropogenen Stoffeinträgen überlagert. Die auf bodensauren Standorten in Fichtenforsten gegenüber den Buchenwäldern erhöhte Artenzahlr und Diversität ist Folge einer floristischen "Durchdringung" verschiedener Vegetationstypen im Fichtenforst. Es finden sich Arten der naturnahen Ausgangsgesellschaft des Luzulo-Fagetum, der natürlichen Fichtenwälder und Arten der Magerwiesen und -heiden. Höhere Evenness ist Ausdruck einer Zunahme der Gleichverteilung der Arten im Fichtenforst und damit einer anthropogenen Nivellierung der ökologischen Vielfalt in Forstökosystemen (vgl.Kap. 7.3).
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141733312164ZeitschriftInstitut für Waldökologie und BodenAusgeliehen