Titel
Untersuchung einiger anatomischer Holzeigenschaften und des Lagerungsverhaltens von Kiefern (Pinus silvestris L.) aus immissionsbelasteten Standorten Norddeutschlands
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Erscheinungsjahr
1989
Seiten
166 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12164
Datensatznummer
102259
Quelle
Abstract
Vor dem Hintergrund der besorgniserregenden "neuartigen Waldschaeden" wurden in den Holzforschungsinstituten der Bundesrepublik Deutschland schwerpunktmaessig die Holzeigenschaften und das Lagerungsverhalten immissionsgeschaedigter Waldbaeume untersucht. Zu Beginn der vorliegenden Arbeit gab es bezueglich der Baumart Kiefer erhebliche Luecken unserer Kenntnisse. In dieser holzbiologischen Untersuchung wurden folgende Fragestellungen an 30 immissionsgeschaedigten Kiefern im Vergleich zu 30 gesundaussehenden Kiefern von je zwei Standorten Norddeutschland (Sellhorn und Wienhausen) geprueft: 1. Sind die anatomischen Holzeigenschaften veraendert? 2. Werden sekundaere Holzveraenderungen sichtbar (Holzfeuchte, Verfaerbung und Pilzbefall)? 3. Gibt es Einschraenkungen fuer die Holzverwendung bei sofortiger Aufarbeitung bzw. nach laengerer Lagerung? Im Rahmen der Untersuchung der Holzeigenschaften wurde zunaechst das anatomische Holzbild betrachtet. Anschliessend wurden die Tracheidenlaengen, Lumendurchmesser und doppelte Wanddicken gemessen sowie die Zahl der vertikalen Harzkanaele bestimmt. Die Ergebnisse koennen wie folgt zusammengefasst werden: - Eine Veraenderung des anatomischen Holzbildes ist nicht erkennbar. - Die Tracheidenlaengen der stark geschaedigten und der schadsymptomfreien Kiefern sind nicht signifikant verschieden. - Die Lumendurchmesser im Fruehholz der Kiefern der Schadklasse 3 aus dem Forstamt Sellhorn sind signifikant kleiner als die der gesundaussehenden Baeume. - Bei den uebrigen Lumendurchmessern und den doppelten Wanddicken konnten nur ausnahmsweise Unterschiede zwischen den Kiefern der Schadklassen 0 und 3 festgestellt werden. - Die Anzahl der Harzkanaele ist zwischen den Untersuchungskollektiven nicht signifikant verschieden. - Die Harzkanaldichte der Kiefern aus der Schadklasse 3 ist etwa hoeher als die der gesundaussehenden Kiefern. Dies wird auf die geringere Jahrringbreite der geschaedigten Kiefern zurueckgefuehrt. Eine Beeintraechtigung der Verwendung des Holzes von geschaedigten Kiefern ist aus den untersuchten anatomischen Eigenschaften nicht zu erkennen, vielmehr besitzt dieses Holz aufgrund schmalerer Jahrringbreiten und reduzierter Fruehholzlumendurchmesser zum Teil verbesserte Festigkeitseigenschaften. Zur Pruefung der sekundaeren Holzeigenschaftsveraenderungen wurde von jedem der 60 Kiefernstaemme je ein Abschnitt auf dem Institutsgelaende und im Wald fuer etwa ein Jahr gelagert. Holzfeuchtigkeit, Holzverfaerbung und Pilzbefall wurden am frischen Holz sowie nach Abschluss der Lagerung mit folgendem Resultat ermittelt: - Fuer das waldfrische Holz lag die Darrbezugsfeuchte im Splint der geschaedigten Kiefern etwa 15% niedriger als bei den Kiefern der Schadklasse 0. Verfaerbungen konnten im frischen Holz nicht beobachtet werden, obwohl Pilzbefall - auch von holzverfaerbenden Pilzen - nachgewiesen wurde. Im fri...