Titel
Der Wald im Naturschutzgebiet Gadental
Verfasser
Erscheinungsort
Bregenz
Verlag
Erscheinungsjahr
1992
Seiten
96 S.
Illustrationen
81 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12079
Datensatznummer
100881
Geschichte
Späterer Titel: Schriftenreihe Lebensraum Vorarlberg
Quelle
Abstract
Das Naturschutzgebiet Gadental bietet durch totalen Schutz, von dem nur Alpwirtschaft, Jagd und Tourismus ohne motorisierte Hilfsmittel ausgenommen sind, Grösse (1336ha, davon rund 230ha Wald und Gebüschgesellschaften), grosse Naturnähe und arrondierte, abgeschiedene Lage ausgezeichnete Voraussetzungen für eine natürliche Entwicklung der Waldökosysteme. Die Waldgesellschaften sind sehr vielfältig und interessant. 8 Wald-Assoziationen: Schneeheide- und Alpenrosen-Spirkenwald, Buntreitgras- und Pestwurz-Fichten-Tannen-Wald, Karbonat-Alpenost- und Pestwurz-Fichten-Tannen- Buchen-Wald, "Lawinenbuchenwald" (mehr ein Strukturtyp, etwa dem Ahorn-Buchenwald entsprechend) und Ehrenpreis-Fichten-Wald, daneben verschiedene Ausbildungen von Latschen- und Lavendelweiden-Gebüschen wurden ausgeschieden, durch eine Vegetationstabelle belegt und mittels kurzer Standortsbeschreibungen und der Zeigerwerte nach ELLENBERG ökologisch charakterisiert. 10,7% der in Wäldern angetroffenen Arten gelten in Vorarlberg als gefährdet, 13,9% sind hier geschützt. An Hand von 71 dauerhaft vermarkten Probekreisen zu je 150 Quadratmeter und insgesamt 5850 Quadratmeter Probestreifen mit Numerierung aller Bäume wurde der Bestandesaufbau erhoben und waldgesellschaftsweise diskutiert. Mit Ausnahme der Hochlagenwälder, die sich zu einem grösseren Teil in der gebinnenden Terminalphase befinden, zeigen die meisten Bestände einen naturnahen, gemischten und stufigen Aufbau. Besonders auffallend ist die Vitalität und auch Verfüngungspotenz der Tanne selbst auf sonnseitigen Dolomitstandorten. An oberschichtigen Bäumen der Hauptbaumarten erfolgte eine Ansprache des Kronenzustandes nach den Grundsätzen der Waldzustandsinventur. Im Gesamtdurchschnitt ergab sich bei Fichte eine durchschnittliche Verlichtungsstufe von 2,2, bei Tanne von 1,9, bei Buche 1,5. Auf den gleichen Flächen bzw. Teilen davon wurde die Verjüngung ausgezählt und der Verbissgrad angesprochen. Ungestört kann sich nur die Fichten-Verjüngung entwickeln. Tanne, Buche und besonders die anderen Laubhölzer zeigen eine im Durchschnitt mässige, mit der Pflanzengrösse aber stark zunehmende Verbissbelastung. Nachteilig wirkt sich besonders die Weide in alpnahen Waldbereichen aus. Der Windwurf von 1990, der gerade einen durch Probestreifen erfassten Bestand besonders betroffen hat, sollte nicht aufgearbeitet, sondern zur Beobachtung der natürlichen Entwicklung liegen gelassen werden.