Soziale und qualitative Entwicklungen sowie Z-Baumhäufigkeiten in Eichenjungbeständen. : Die Entwicklung eines neuen Pflanzschemas "Die Trupppflanzung"
Der Erfolg in der Eichenwirtschaft wird von der Menge des erzeugten Wertholzes bestimmt. Besonders wichtig ist eine hohe Anzahl fehlerfreier Staemme mit hohem Wertholzanteil. Durch das moeglichst fruehzeitige Erkennen qualitativ guter Eichen kann eine kontinuierliche Kronenpflege und damit eine optimale Stabilitaet der einzelnen Individuen erreicht werden. Die gleichmaessige Verteilung sorgt darueber hinaus fuer eine optimale Ausnutzung der potentiellen Standflaechen. An 4370 Eichen wurde die soziale und qualitative Entwicklung auf einer Untersuchungsflaeche im Forstamt Ruethen ueber fuenf Vegetationsperioden beobachtet und ausgewertet. Die sozialen Entwicklungen wurden nach visueller Einzelbaumbeurteilung und nach Hoehen- und Bhd- Zuwaechsen der einzelnen Eichen erfasst. Fuer die qualitativen Entwicklungen wurden neben Ansprachen der Stamm- und Kronenformen umfangreiche Erhebungen der Astentwicklungen nach Astablaufwinkeln -differenziert nach Kronentypen- durchgefuehrt. Die Hoehenentwicklung der Eichen, die in Abb. 7 (S.43) am Beispiel von 50 Eichen graphisch dargestellt ist, sowie die verschiedenen Methoden der Einzelbaumbewertung nach Hoehen- und Bhd- Zuwachs der Eichen zeigen eindeutig, dass die "herrschenden" Eichen ihre soziale Stellung in der Regel beibehalten. Relativ grosse Umsetzungsvorgaenge gibt es lediglich in der mitherrschenden Schicht, wobei sich Auf- und Absteiger in etwa die Waage halten. Signifikante Unterschiede bezueglich des Hoehenwachstums der 40% hoechsten Eichen konnten fuer verschiedene Kronentypen lediglich bei der ersten Messung nachgewiesen werden (p<0,05). Eichen mit verbuschender Krone wiesen die geringeren Hoehenentwicklungen auf, waehrend die Hoehen sonstiger Kronentypen dicht beieinander lagen. Die Unterschiede betrugen allerdings nur wenige cm. Nach Abschluss der fuenfjaehrigen Beobachtungszeit waren diese jedoch mehr oder weniger ausgeglichen (p=0,57). Die Klasse der "Verbuschenden" war durch Veraenderung des Kronentyps bzw. aufgrund geringeren Hoehenzuwachses bei der letzten Messung unter den 40% hoechsten Eichen nicht mehr vertreten und hatte waehrend der Aufnahmeperiode mit 13,6% ihrer Klasse die relativ groessten Ausfaelle zu verzeichnen. Die Vergleiche der H/D-Werte ergaben fuer die 40% hoechsten Eichen bei beiden Messungen signifikante Unterschiede zwischen den Kronentypen (p<0,01). Erwartungsgemaess hatten die Eichen mit "aufloesender Krone" und die "Verbuschenden" die niedrigsten Werte. Die "Wipfelschaeftigen" wiesen die hoechsten Werte auf (108,8 bei der ersten und 104,5 bei der letzten Messung) . Die Werte des Gesamtbestandes lagen jeweils deutlich darueber. Das Wachstum der Aeste wurde untersucht, um einerseits zu sehen, welche Bedeutung ihnen fuer die Entwicklung in dieser Bestandesphase beizumessen ist und andererseits, inwieweit sie in dieser Phase fuer die Ansprache der Kronentypen ein objektives Kriterium darstellen. Die Aeste besassen immer einen geringeren Durchmesserzuwachs als die Stammachse. Die Entwicklungen der Aeste und damit der Kronentypen hat gezeigt, dass Zwieselschnitte zur Qualitaetssteigerung nur zu rechtfertigen sind, wenn es sich um einzelne, starke und steile Aeste handelt, die auf laengere Zeit am oberen Kronengeschehen teilhaben. Etwas schwieriger, weil nicht exakt messbar, sind die qualitativen Entwicklungen einzustufen. Es wurde versucht, die Eichen dynamisch zu beurteilen. Treten bestimmte Verzweigungskonstellationen von Nodie zu Nodie auf und stellen sich nach unten in immer schwaecherer Auspraegung dar. Dies ist auf das -unter den starken Konkurrenzbedingungen der Dickungsphase- unterschiedliche Dickenwachstum zwischen Stamm und Ast zurueckzufuehren und wird sich vermutlich nach Freistellung der Krone in einem relativ gleichstarken Wachstum widerspiegeln. Die aufgrund eines einzelnen staerkeren Astes nicht in die Klasse der "Wipfelschaeftigen" eingestuften Kronentypen der "Wipfelschaeftigen mit Tendenz zum Zwiesel" und der "Zwiesel mit Ten...