Der österreichische Wald – Nutzung, Funktionen, Personal. Die Begriffe „Urwald“, „Forst“, „Nachhaltigkeit“, „Wald Vorschulische Phase Schulische Phase (Lehrer-Schüler). Akademische Phase (Professor-Student) Die Hochschule für Bodenkultur –Übersicht über Grundlinien ihrer Entwicklung Waldarbeit, Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen Forstuntemehmer als private Dienstleister Forstliche Ausbildungsstätten. Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach In der Einleitung werden zum besseren Verständnis des Themas die Begriffe ,,forstliche Ausbildung" und ,,Österreich" erläutert sowie Waldfunktionen dargelegt. Weiteres wird der Forschungsstand von den Anfängen über die Hauptpunkte bis zum jüngsten Stand der Entwicklung ausgeleuchtet, wobei die einzelnen Epochen erwähnt und die forstlichen Klassiker sowie wichtige Autoren genannt werden. Im Abschnitt ,,Der Österreichische Wald - Nutzung, Funktionen, Personal", werden zunächst die Begriffe ,,Urwald", ,,Forst", ,,Nachhaltigkeit" und die neue forstgesetzliche Definition ..Wald" erläutert. Im Forstgesetz 1975 definierte der Gesetzgeber erstmalig die Leitfunktionen
Schutz-, Nutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung des Waldes. In späteren Novellen erfolgten wesentliche Erweiterungen, vor allem des für das Gebirgsland Österreich wichtigen Schutzwaldbegriffes.
Von den angeführten Kennzahlen des österreichischen Waldes sind der hohe Waldanteil mit 17.2%, der Holzvorrat mit 1,095 Milliarden Vorratsfestmeter und die jährliche Nutzung von 19.5 Mio. Vorratsfestmeter bzw. rund2oÄ des Holzvorrates zu erwähnen. Mit der Waldnahme durch Karl den Großen entstand königlicher Besitz. Den als Forst bezeichneten Wald hatten eigene Aufseher und Jagdleute zu schützen. Sie nannte man ..forestarii" und ,,venatores". In weiterer Folge arbeiteten unter dem Sammelbegriff ,,forestarii" verschiedenste Aufsichtsbeamte und Diener. Schließlich entwickelten sich die gesetzlich geschützten Hauptberufe ,,Forstwirt", ,,Förster", ,,Forstwart" und ,,Forstfacharbeiter". Forstgesetzlich wurden Pflichtbetriebe ab einer bestimmten Waldflächengröße festgelegt. Derzeit dürfen Forstwarte in einem Waldbesitz bis zu einer Fläche von 1000 Hektar selbstständig tätig sein. Förster sind für Waldungen von 1000 bis 3600 Hektar und Forstwirte ab einer Mindestwaldfläche von 3600 Hektar zum leitenden Forstorgan zu bestellen.
Die vorschulische Phase: beinhaltet die familiale Phase und die grundherrschaftliche Phase, welche sich aus der klösterlichen und aus der adeligen Phase zusammensetzt sowie das Zunftwesen. ln der familialen Phase erfolgten erste Unterweisungen und Bildungsmaßnahmen innerhalb der Familien. Fertigkeiten und Kenntnisse wurden von einer Generation z:or nächsten weitergegeben. Hier liegen die verborgenen Wurzeln und die Basis für weitere Entwicklungen in Bildungs- und Erziehungsfragen. Im Laufe der Zeithaben andere Bildungsträger zunehmend Lehraufgaben übernommen und weiter entwickelt, aber eine grundlegende Ersterziehung ist den Familien verblieben. Weltliche und geistliche Grundherrschaften wurden nach der Völkerwanderungszeit aktiv und begannen schulische Einrichtungen zu schaffen, um jugendlichen Nachwuchs für ihre Zwecke auszubilden.
Klosterschulen nahmen Jugendliche in ihre Obhut, um sie für eine geistliche Tätigkeit auszubilden. Später kamen auch Laien zum Klosterunterricht. Gelehrt wurden christliches Verhalten, die lateinische Kirchensprache, Schreiben, Lesen und auch weltliches Wissen. Auf den Adelsgütern vermittelten Ritter und ihre Frauen, unterstützt von Geistlichen und Zuchtmeistern, besondere Fertigkeiten und Kenntnisse für die Erfordernisse des Futterstandes. In einer harten körperlich-militärischen Ausbildung hatte Edelknaben das Reiten, Bogenschießen, den Faust- und Schwertkampf sowie das Jagen zu üben. Zudem mussten gutes Benehmen, Tanzen und Hofieren erlernt werden, wobei das Lesen und Schreiben weniger richtig war. Die ritterlichen Tugenden wie Treue, Tapferkeit, Gehorsam und Respekt mussten ebenso beherrscht werden wie die christlichen Tugenden des Beschützens, der Verteidigung, des Beistandes, der gottgefälligen Lebensführung sowie die kulturellen Tugenden wie…
Die zünftische Phase: begann im 13. Jahrhundert .mit dem Ausbrechen der Handwerker aus dem grundherrschaftlichem zwang sowie mit der Gründung eigener Verbände in den aufblühenden Städten. Die Zünfte hatten zunächst religiös-karitative, gesellige und soziale Zielsetzungen, wurden jedoch bald zu wirtschaftlichen "Gemeinschaften mit, Zunftordnungen' Ihre Statuten regelten den gesamten Lebenslauf der Zunftgenossen unter Festlegung aller Rechte .
Die schulische Phase: wurde im Zuge des allgemeinen Fortschrittes durch die Erkenntnis eingeleitet' dass man mit der vorwiegend jagdlich geprägten Einzelabrichtungen im Waldes der steigenden Holzverknappung ,…... forstliche Schulen gegründet werden, um besseres forstliches wissen zu vermitteln' Erste schulische Einrichtungen waren Meisterschulen.
Meisterschulen: wurden nach dem Muster der Zunft reorganisiert. Tüichtige Forstpraktiker versalrunelte einige Forstlehrlinge um sich, um sie abwechselnd im Raum und im Wald zu unterrichten' Der jeweiligenorstmannwarde,einz,g"LehrerundLeiterseinerMeisterschule.Mitseinem "Arr.t"Giaen wurde auch die Schule geschlossen' Die erste forstliche Meisterschule entstand 1763 inwernigerode, sachsen-Anhalt, gefolgt von einer Meisterschule in Platten bei Komotau in Böhm.tt Äit dem Bestand vonl773 bis 1791' Die erste und einzige Meisterschut" u.rf d.* Gebiete des heutigen Österreich bestand von 1805 bis 1813 in Purkersdorf, Niederösterreich' Im Kaiserstaat Österreich bestanden außerdem Meisterschulen in Goldenkron bei Krumau' Böhmen (1S00-1s45) in Eisgrub, ilhr;;-ilS00-?) in Eisenstadt, Ungarn (1804-1S15) und in Gratzen, Böhmen ( 1 S05 - 1 8 I 3)' Im deutschen Sprachraum entstanden zahlreiche Meisterschulen mit unterschiedlichen Entwicklung"rr. üur.he hatten einen kurzen unbedeutenden Bestand' andere wurden zu niederen und mittleren Forstschulen umgewandelt, manche erreichten den höheren stand einer Forstakademie und wenige sogff den Hochschulrang' Ein Beispiel ist die ehemalige Meisterschule Purkersdorf, die nach der Übersiedlung ins Kloster Mariabrunn alle Entwicklungsstufen durchlief und 1867 zur Forstakademie mit Hochschulrang erhoben wurde. Im Jahre 1875 wechselte das Forststudium von der aufgelösten Forstakademie zur Forstsektion der Hochschule fi.ir Bodenkultur in Wien.
Ein weiteres Beispiel ist die von Heinrich Cotta 1785 gegründete und seinerzeit sehr bekannte Meisterschule Zillbach. Mit der Übersiedlung Cottas nach Tharandt kam auch sein Institut dorthin, wurde eine berühmte Forstakademie und schließlich eine auch heute noch bestehende und bekannte forstliche Hochschule.
Forstschulen: entstanden durch Weiterentwicklung von Meisterschulen oder wurden vorerst von forstlichen Vereinen bzw. privaten Sponsoren gegründet. Einige Länder gründeten mitunter öffentliche Forstschulen oder verstaatlichten private Institute. Letztlich verblieben nur staatliche Forstlehranstalten. Forstliche Schulen sind notwendig geworden, weil man erkannt hatte, dass Grundlagen der Naturwissenschaften und Technik für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung benötigt wurden. In Österreich hat sich schon am Beginn des 19. Jahrhunderts eine Dreiteilung der forstlichen Schultypen abgezeichnet, die schließlich zu niederen Forstschulen, höheren Mittelschulen sowie Hochschulen führte.
Niedere Forstschulen: bestanden als private Waldbauschulen, Vereinsschulen und als staatliche Forstwartschulen. Durch die Änderung des Berufstitels ,,Forstwart" in ,,Förster" wurden auch die Forstwartschulen 1887 in Försterschulen umbenannt. Lehrziel der einjährigen niederen Forstschulen war die Heranbildung verlässlicher Organe für den Forstschutz- und technischen Hilfsdienst.
Beschrieben werden Standorte und Bestand der privaten Waldbauschulen, der Waldbauschulen als Vereinsgründungen und der staatlichen Försterschulen Die 1974 eröffnete Forstfachschule Waidhofen/Ybbs bildet geeignete Organe ftir den Forstschutz- und technischen Hilfsdienst aus. Die Schüler können auf freiwilliger Basis im angeschlossenen Heim untergebracht und verpflegt werden. Einen Internatszwang, der in den Bundesförsterschulen bis zu deren endgültigen Auflösung im Jahre 1975 bestand, gibt es nicht mehr.
H6here Mittelschulen auch mittlere Lehranstalten oder Forstlehranstalten bezeichnet, hatten zumeist eine dreijährige Unterrichtsdauer. Das Lehrziel war, die Forstschüler auf breiter wissenschaftlicher Basis vorwiegend für den Verwaltungsdienst großer Forstbetriebe zu erziehen. Sie sollten atchzig Ablegung der Staatsprüfung für Forstwirte befähigt werden. Prägend für die Ausbildung war das Konviktsystem mit militärähnlicher Erziehung und fallweisem Uniformzwang. Die Forstlehranstalt Mariabrunn unterhielt ein Konviktsystem, das für die österreichischen Kronländer als beispielhaft galt. Bekannte österreichische Forstlehranstalten waren die Forstlehranstalt Mariabrunn (1 8 1 3 - 1 866) Höhere Forstlehranstalt Mährisch-Weißkirchen, Mtihren (l 89 6 -l 922) Forstlehranstalt Weißwasser, Böhmen (l 862-1904) Landeslehranstalt für Forstwirtschaft Lemberg, GaLizien ( 1 8 75 - I 9 1 8) Höhere Mittelschule Pisek, Böhmen (1899-1918) Höhere Forstlehranstalt für die Österreichischen Alpenländer in Bruck/Mur (1e00-1e35) Höhere Lehranstalt für Forstwirtschaft Gainfarn (197 2-200 5) Die Höhere Lehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur bildet seit 1974 als einzig verbliebene Försterschule Österreichs Forstorgane für den mittleren Forstdienst (Förster) heran.
Akademische Phase: Fortschritte der Naturwissenschaften und der Technik bewirkten auch ein Weiterdenken im forstlichen Bildungsbereich. Die anhaltende Holzverknappung beschleunigte die Forderung nach höchstmöglicher Ausbildung. Zunächst wurden enzyklopädische Vorträge über Forstwissenschaft beispielsweise an den polytechnischen Instituten Joanneum Graz (1839), Prag (1849), Brünn (1850) sowie an der höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt Ungarisch-Altenburg (1850), an der Bergakademie Leoben (1861) und Montanlehranstalt Pribram (1861), angeboten. Die Berg- und Forstakademie Schemnitz (1807-1867) sowie die Forstakademie Mariabrunn
(1866-1875) erhielten Hochschulrang und sind daher als Vorläufer der Hochschule für Bodenkultur in Wien anzusehen. Die Hochschule für Bodenkultur wurde zunächst nur mit einer landwirtschaftlichen Sektion 1872 gegründet und 1875 durch eine Forstsektion erweitert worden. Im Wesentlichen verdankt die BOKU ihr Entstehen dem Ausgleich mit Ungarn im Jahre 1867 und der damit eingeführten Sprachentrennung. In Ungarisch-Altenburg sowie in Schemnitz erfolgte das Studium nunmehr in ungarischer Sprache. Studenten aus deutsch-slawischen Provinzen mussten andere Lehranstalten in der österreichischen Reichshälfte besuchen. Maßgebend waren auch
Forderungen großer Grundbesitzer nach einer höchsten landwirtschaftlichen Ausbildung, um für ihre Betriebe gut ausgebildete Verwaltungsbeamte verfügbar zu haben.
Die BOKU als weltweit einzige Hochschule ihrer Art entwickelte sich zunächst gut, hatte jedoch immer wieder Krisen zu überwinden, Reformen durchzuführen und mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Eine endgültige Festigung ihres Bestandes verbunden mit einem guten ZuJauf von Studenten erfolgte erst nach 1955. Mit dem UOG 75 wurde die Hochschule fi.ir Bodenkultur in Universitat für Bodenkultur Wien umbenannt und führt die englische Bezeichnung ,,University of Natural Resources and Applied Life Sciences, Vienna". Vielfach wird die BOKU als ,,Die grüne Nährmutter - Alma Mater Viridis" oder neuerdings auch ,,Universität des Lebens" in Wort und Schrift genannt. Das Forststudium begann ursprünglich mit sechs Semestern und wurde nach und nach auf zehn Semester aufgestockt sowie in die Studienzweige ,,Forstwirtschaft", ,,Wildbach- und Lawinenverbauung" und ,,Holzwirtschaft" gegliedert. Das UOG 2002 bewirkte eine grundlegende Reorganisation der wissenschaftlichen Einrichtungen, wobei 13 neue Departments errichtet und der Fachsenat fi.ir Wald- und Holzwissenschaften abgeschafft wurde. Von den ursprünglichen neun forstlichen Instituten sind fünf in das Department für Wald- und Bodenwissenschaften gekommen, die restlichen vier wurden auf andere Departements aufgeteilt. Ab dem Studienjahr 2003104 besteht mit dem Bologna-Prozess eine Neuordnung der Studienarchitektur. Im BoKU-Entwicklungsplan 2005 wurde die bisher auf Einzelaktionen beschränkte
Weiterbildung als neues Standbein genannt und ein Grobkonzept hiefür ausgearbeitet. Dazu gehört auch eine Ausbildung zum Akademischen Jagdwirt.
Die praxisbezogene Weiterbildung erstreckt sich derzeit auf die forstlichen Staatsprüfungen. Diese wurden 1849 für Autodidakten, die in den Staatsdienst wollten, eingeführt und blieben fast unverändert bis zum Jahre 2002 bestehen. Angestrebt wird, die Staatsprüfungen so zu gestalten, dass sie nicht nur nerkennungsvoraussetzung für leitende Funktionen bleiben, sondern zunehmend ein Weiterbildungsinstrument werden. Hiezu wurde ein neues System mit Praxiseinschau und fünf Ausbildungsmodulen entwickelt, das von den Forstlichen Ausbildungsstätten Ort und Ossiach angeboten wird sowie von Interessenten auf freiwilliger
Basis angenommen werden kann.
Außerschulisches Lehrgeschehen (Entwicklungsstadien): Kernfragen dieses Kapitels sind die Entwicklung der Waldarbeit, die Berufsentwicklung des Berufsstandes der Forstarbeiter, der Forstunternehmer, der bäuerlichen Waldbesitzer sowie das Kurssystem und das Wirken der forstlichen Ausbildungsstätten. Die Waldarbeit zahlt mit der Entwicklung der Axt zu den ältesten menschlichen Tätigkeiten. Die Axt ermöglichte erstmals Bäume zu üllen, Nutzholz zu erzeugen, Behausungen errichten und schließlich Menschen sesshaft werden zu lassen. Die Waldarbeit wurde erst Anfang der Dreißigerjahre zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Unter Waldarbeit verstand manz unächst nur die Fällung, Ausformung und Bringung des Holzes zum Abfuhrplatz. Heute umfasst die Waldarbeit alle Tätigkeiten im Walde beginnend mit Bodenbearbeitung, Pflanzenzucht, Aufforstung, Pflege- und Schutzarbeiten bis hin zur maschinellen Holzernte mit Walderschließungs-, Bau- und Transportfätigkeiten. Die traditionelle Waldarbeit wurde schließlich eine hochentwickelte Forsttechnik. Der Berufsstand der Waldarbeiter verdankt sein Entstehen dem Aufblühen des Bergbaues, der Unmengen von Holz verbrauchte und daher zunehmend eigene Holzknechte Beschäftigte. Bauern und Handwerker, die Holz benötigten, besorgten dieses nach wie vor selbst, um es für den weiteren Gebrauch zu verarbeiten. Von Bergleuten überwacht entstand eine strenge zünftische Ordnung der Holzknechte mit Lehrlingen, Gesellen und Holzmeistern, die insbesondere im Gebirge ein hohes handwerkliches Können entwickelten. Nach Jahrhunderten des geringen Fortschrittes wurde 1940 die erste Verordnung zur Berufsausbildung von Waldarbeitem im damaligen Deutschland erlassen. In Österreich ersetzte man die deutschen Ausbildungsvorschriften durch das land- und forstwirtschaftliche Berufsausbildungsgesetz des Jahres 1952. Forstliche Unternehmerschaften mit Holzmeistem und Holzknechten entstanden im 16. Jahrhundert nach dem Muster der Zünfte. Sie übemahmen ganze Schläge zur Durchführung und Versorgung der Verbraucher mit Brenn- und Kohlholz. Von den zahlreichen Holzmeistern, die als freie Untemehmer Holzlieferungen zu besorgen hatten, wurden Josef Giegl und Georg Huebmer überregional bekannt, weil es ihnen gelungen ist die Reichshauptstadt Wien mit großen Holzmengen zu beliefern. Huebmer, der weder lesen noch schreiben konnte, errichtete mit seinen Leuten den damals mit 450 Metern längsten Wasserstollen Europas, der als Teil eines brauchbaren Schwemmkanals die Anlieferung von Brennholz aus dem 120 km entfemten Schneeberggebiet nach Wien ermöglichte.
Derzeit zählen Forstunternehmen zum freien Gewerbe. Forstunternehmer sind an keine sesetzliche Fachausbildung gebunden. Als private Dienstleister übernehmen sie im freien Wettbewerb alle anfallenden Forstarbeiten und sind daher in vielen Forstbetrieben kostengünstige Hauptbeschäftigte. Bäuerliche Waldbesitzer unterziehen sich durchwegs einer landwirtschaftlichen Ausbildung und zunehmend auch einer freiwilligen forstlichen Weiterbildung. Mit der Arbeit im eigenen Wald soll der Arbeitsverdienst ,,im Hause" bleiben und vor allem Bergbauem in ihrer Existenz hesser stellen. Kleinere bäuerliche Waldbesitzer arbeiteten zunächst als Bauernakkordanten, meldeten dann wegen abgabenrechtlicher Probleme das Forstunternehmergewerbe an und sind nun gefragte Dienstleister. Forstkurse zur Aus- und Weiterbildung gab es in Österreich vor 1938 nur vereinzelt. Ein wirkliches Kurssystem entstand zunächst im zweiten Weltkrieg zum schnellen Anlernen kriegswichtiger Fertigkeiten. Es wurden ,,Waldarbeitslager" eingerichtet und zunächst Deutsche sowie gegen Ende des Krieges Ausländer für Waldarbeiten eingeschult. Mit Kriegsende wurden die meisten Waldarbeitslager geschlossen. Nach 1945 fehlten gesetzliche Regelungen für forstliche Ausbildungsstätten. Bis zum Inkrafttreten des Forstgesetzes 1975
wurden die forstlichen Ausbildungsstätten des Bundes ohne gesetzliche Regelung in reiner Privatwirtschaftsverwaltung des Bundes geführt. Danach wurden sie Bundesanstalten öffentlichen Rechtes ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Forstliche Ausbildungsstätten der Länder, Kammern und private bestanden im Rahmen eigener Regelungen, durften jedoch nach 1975 im Gleichstellung mit den Bundesausbildungsstätten ansuchen wenn sie die geforderten Voraussetzungen erfüllen konnten. Durch die Forstgesetznovelle 2002 wurden die Forstliche Bundesversuchsanstalt Wien-Schönbrunn mit den Forstlichen Ausbildungsstätten Ort und Ossiach organisatorisch zum
neuen, Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW)" als Anstalt öffentlichen Rechtes mit dem Hauptsitz in Wien-Schönbrunn vereint worden. Die bisherigen Aufgaben vorwiegend der forstlichen Berufsschulung, der praktischen Erprobung von Arbeitsverfahren, Geräten, Maschinen und Betriebsmitteln wurden neu definiert und lauten: Das BFW dient dem Bund als Forschungs-, Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Informations-, Koordinations- und als Beratungsstelle in den Bereichen Wald, Naturgefahren und Landschaft sowie Bundesamt als Behörde im Bereich Wald. Nach einer allgemeinen Behandlung aller österreichischen forstlichen Ausbildungsstätten wird die Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach in einem eigenen Unterabschnitt eingehend durchleuchtet. Die Begründung hierfür liegt in der Tatsache, dass keinerlei Infrastruktur vorhanden war wie etwa bei den Ausbildungsstätten Ort/Gmunden und Waidhofen/Ybbs, die an Bundesförsterschulen angeschlossen waren sowie im langjährigen Provisorium hinsichtlich der räumlichen Ausstattung. Trotzdem konnten alle Hindernisse überwunden und ein guter Ruf in Forstkreisen des In- und Auslandes erreicht werden. Der Inhalt im Überblick In der Einleitung werden zum besseren Verständnis des Themas die Begriffe „forstliche Ausbildung" und „Osterreich" erläutert sowie Waldfunktionen dargelegt. Weiteres wird der Forschungsstand von den Anfängen über die Hauptpunkte bis zum jüngsten Stand der Entwicklung ausgeleuchtet, wobei die einzelnen Epochen erwähnt und die forstlichen Klassiker sowie wichtige Autoren genannt werden. Im Abschnitt „Der Osterreichische Wald - Nutzung, Funktionen, Personal", werden zunächst die Begriffe „Urwald", „Forst", „Nachhaltigkeit" und die neue forstgesetzliche' Definition .Wald' erläutert. Im Forstgesetz 1975 definierte der Gesetzgeber erstmalig die Leitfunktionen Schutz-, Nutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung des Waldes. In späteren Novellen erfolgten wesentliche Erweiterungen, vor allem des für das Gebirgsland Österreich wichtigen Schutzwaldbegriffes.Mit der Waldnahme durch Karl den Großen entstand königlicher Besitz. Den als Forst bezeichneten Wald hatten eigene Aufseher und Jagdleute zu schützen. Sie nannte man ,forestarii" und „venatores". In weiterer Folge arbeiteten unter dem Sammelbegriff „forestarii" verschiedenste Aufsichtsbeamte und Diener. Schließlich entwickelten sich die gesetzlich Forstge<:ptviirV» umrrlpn Pflichtbetriehe ab einer be<!timmt-— "' '-^^^^^Kf^noröRf» fao+,,^u-»