Titel
Pflanzenökologische und bodenkundliche Untersuchungen an Quellwaldstandorten in Bochum
Verfasser
Erscheinungsort
Berlin
Verlag
J. Cramer
Erscheinungsjahr
1991
Seiten
211 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10278
Datensatznummer
68639
Quelle
Dissertationes Botanicae; Band 122
Abstract
Erlen-Eschen-Quellwaelder zeichnen sich durch besondere oekologische Verhaeltnisse wie z.B. eine reichliche Wasserversorgung, anaerobe Bodenbedingungen und ein hohes Stickstoffangebot aus. Dementsprechend wurden der Stickstoff- und Wasserhaushalt des Bodens und z.T. der dominierenden Pflanzenarten (Alnus glutinosa, Epilobium hirsutum, Equisetum telmateia, Fraxinus excelsior, Solanum dulcamara, Urtica dioica) eingehend untersucht. Zudem wurden die Auswirkungen von Veraenderungen dieser Faktoren an zwei anthropogen bedingten Ersatzgesellschaften aufgezeigt. Alle Untersuchungen wurden im Landschaftsschutzgebiet Tippelsberger Tal / Berger Muehle, das sich im Bochumer Norden befindet, durchgefuehrt. Dort hat sich ein relativ naturnaher Quellwald (Carici remotae-Fraxinetum) entwickeln koennen. In unmittelbarer Nachbarschaft haben sich bedingt durch die Nutzung zwei unterschiedliche Ersatzgesellschaften (eine stark vernaesste Feuchtwiese und eine von Quellfluessen durchzogene ehemalige Weideflaeche (Brachflaeche)) ausgebildet. Alle drei Untersuchungsflaechen weisen einen typischen(Quellen-) Gleyboden mit sandig-tonigem Lehm und pH-Werte zwischen 6 und 8 auf. Die Redoxpotentiale liegen im Quellwald und der Feuchtwiese, die ganzjaehrig Grundwasserstaende von ueber 25cm aufweisen, bei -100 bis -200mV (Normalwasserstoffelektrode). Die Sauerstoffgehalte sinken im Mittel bis auf 6% im Austrittswasser des Reduktionshorizontes ab. Auf der Brachflaeche dagegen finden sich bei Grundwasserstaenden, die bis unter 60cm fallen, zumeist positive Redoxpotentiale (bis 450mV) und eine Sauerstoffsaettigung des Bodenaustrittwassers von 25% im Reduktionshorizont. Der aktuelle Stickstoffgehalt im Boden weist in allen drei Untersuchungsflaechen eine ausgepraegte Jahresrhythmik auf. Nach niedrigen Werten im Winter findet sich im April ein Maximum. Im Mai laesst sich aufgrund der Aufnahme durch die Pflanze kein Ammonium- und Nitratstickstoff im Boden nachweisen. Den Sommer ueber bis August weisen alle Horizonte (mit der Bodentiefe leicht abnehmend) erhebliche Mengen an aktuellem mineralischen Stickstoff auf (bis 11mg/1000cm3 FB); zum Herbst hin sinken die Gehalte wieder ab. Die Untersuchungsflaechen zeigen folgende Unterschiede: - Der Quellwald weist die hoechsten aktuellen Stickstffgehalte mit durchschnittlich 3.1mg N/1000cm3 FB auf. Das NH4/NO3-N Verhaeltnis betraegt 1 :1. - Im Boden der Feuchtwiese finden sich die geringsten Gehalte. Das NO3/NH4-N Verhaeltnis betraegt 3 : 1. - Die Brachflaeche weist im Mittel aehnlich hohe Gehalte wie der Quellwald auf, wobei das NO3/NH4-N Verhaeltnis jedoch 3 : 1 betraegt. Der Jahresgang der aktuellen Stickstoffgehalte steht in Uebereinstimmung mit dem Verlauf der Stickstoffmineralisation. Lediglich in der Zeit von Mai bis September werden groessere Mengen Nitrat und Ammoniak gebildet. Fuer die Untersuchungsflaechen ergibt sich ......