Titel
Zur experimentellen Untersuchung des Verhaltens von forstlichen Entscheidern : Das Beispiel der Nutzungsentscheidung eines Einmalobjektes bei unsicheren Preisen
Paralleltitel
An experimental analysis of the behavior of forestry decision-makers. The example of the sale of a one-off property with stochastic prices = La recherche experimentale du comportement de la decision forestiere. L'exemple de la decision d'expolitation d'un massif forestier dans une periode de prix incertains
Verfasser
S.C. Maart-Nölck (*)
Oliver Mußhoff
Erscheinungsort
Frankfurt am Main
Verlag
Sauerländer Verlag
Erscheinungsjahr
2015
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200190389
Quelle
Allgemeine Forst- und Jagdzeitung 2015, 186(1/2); S. 1-13
Abstract
Bislang ist weitgehend unklar, ob und inwiefern sich das Verhalten forstlicher Entscheider mit Hilfe normativer Modelle prognostizieren lässt. So wird bislang bspw. das tatsächliche Entscheidungsverhalten hinsichtlich des Einschlags von Wald allenfalls über die Auswertung von im Rahmen von Befragungen gewonnenen Daten oder auf der Basis aggregierter Daten analysiert. Es gibt keine Studien, die das individuelle Holzernteverhalten mit einer normativen Benchmark vergleichen. In diesem Beitrag wird das Verhalten von Entscheidern forstlicher Einrichtungen experimentell untersucht. Dies erfolgt am Beispiel der Nutzungs- bzw. Veräußerungsentscheidung für ein Einmalobjekt, für das die Jevons-Fisher- Regel die normative Benchmark liefert. Es wird überprüft, ob das intuitive Verhalten der Entscheider forstlicher Einrichtungen, das sie in einem anreizkompatiblen Experiment bei der Nutzungsentscheidung für ein Einmalobjekt zeigen, mit dem optimalen Verhalten gemäß Jevons-Fisher-Regel approximiert werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Teilnehmer im Mittel signifikant früher für die Veräußerung des Objektes entscheiden, als gemäß normativer Benchmark zu erwarten wäre. Dies verdeutlicht die Bedeutung experimenteller Untersuchungen für das Verständnis des Entscheidungsverhaltens im Forstbereich. Außerdem zeigt sich, dass risikoaverse Teilnehmer, Männer, Teilnehmer mit praktischer forstlicher Ausbildung sowie Teilnehmer, deren Ausbildung schwerpunktmäßig im Bereich Ökonomie lag, das Objekt früher veräußern. Ältere Teilnehmer, Teilnehmer mit abgeschlossenem Studium und Teilnehmer mit Interesse, wiederholt an Experimenten teilzunehmen, veräußern das Objekt eher später. Des Weiteren entscheiden sich die Teilnehmer mit zunehmender Wiederholung des Experiments früher für die Veräußerung des Objektes.