• Titel
    Überlegungen zum Risiko des Fichtenanbaus in Deutschland vor dem Hintergrund des Klimawandels
  • Paralleltitel
    Cultivation of Norway spruce (Picea abies (L.) Karst.) in Germany: Considerations on risk against the background of climate change
  • Verfasser
    Christian Kölling (*)
    Thomas Knoke (*)
    Peter Schall (*)
    Christian Ammer
  • Erscheinungsort
    Alfeld
  • Verlag
    Verlag M. & H. Schaper
  • Erscheinungsjahr
    2009
  • Illustrationen
    17 Abb., 1 Tab., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200154944
  • Quelle
    Forstarchiv 2009, 80(2); S. 42-54
  • Abstract
    Die Entscheidung, die Baumart Fichte außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets anzubauen, beruht auf verschiedenen Annahmen zu Ertragserwartung und Überlebenswahrscheinlichkeit, die aus Erfahrungen abgeleitet sind. schon immer waren diese Annahmen mit einiger Unsicherheit behaftet. so wichtig eine Bewertung der Risiken des ökonomischen Misserfolgs für die Anbauentscheidung ist, so schwierig ist es, eine entsprechende Datengrundlage dafür zu erhalten. Bei einer Veränderung der ökologischen Rahmenbedingungen des Fichtenanbaus, wie sie der Klimawandel in rascher Sequenz zur Folge hat, vergrößern sich die Schwierigkeiten der Risikobewertung noch. Gleichwohl ist es möglich, Aussagen zum steigenden Risiko des Fichtenanbaus am warm-trockenen Rand des Anbaugebiets zu machen. In Deutschland befinden sich einige Regionen am äußersten klimatischen Nischenrand. Entsprechend große Flächen werden schon durch eine moderate Temperaturerhöhung als Anbaugebiet künftig ausscheiden. Da man nicht von einer spontanen und raschen genetischen Anpassung der Populationen ausgehen kann, bleiben als Konsequenzen für das Management vorhandener anfälliger Fichtenbestände der Baumartenwechsel nach Bestandszusammenbruch oder, im Zuge der regulären Bestandsverjüngung, der aktive Voranbau in mittelalten und veränderte Pflegekonzepte in jungen Beständen. In den resultierenden Folgebeständen sollte der Grundsatz der Risikominimierung durch Mischung mit besser angepassten Baumarten konsequent verwirklicht werden. Unsicherheit und Wissenslücken sollten nicht davon abhalten, die gestiegenen Risiken des Fichtenanbaus bei der betrieblichen Entscheidung der Baumartenwahl zu berücksichtigen. Die Opportunitätskosten des Unterlassens des Baumartenwechsels könnten sonst die durch Beibehalten der Baumart erwarteten Erlöse leicht übersteigen.
  • Schlagwörter
    Klimaänderung, Krankheitsanfälligkeit, Bestandesrisiko, Risikobewertung, Opportunitätskosten, Anpassung, waldbauliche Planung, Picea abies, Deutschland
  • Klassifikation
    111.83, 181.2, 412, 651.71, 174.7, [430]