Titel
Einfluss der Schneefeldsprengung auf die Erosion
Verfasser
G. Bunza (*)
Rudolf Christa (*)
E. Pröbstle (*)
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Forstliche Bundesversuchsanstalt
Erscheinungsjahr
1984
Illustrationen
1 Abb., 3 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
673
Datensatznummer
200004975
Quelle
Beiträge zur Wildbacherosions- und Lawinenforschung (5) 1982-1983; Nr. 153; S. 181-190
Abstract
In Bayern beschränken sich Schneefeldsprengungen weitgehend auf den touristischen Bereich - wie übrigens im Nachbarland Schweiz - auch. Es wird nur die Oberschneesprengung angewandt, die keine Bodenerosion beim Sprengvorgang erzeugt. Seit 1965 werden in Bayern Schneefeldsprengungen durchgeführt. Nach den Sprengungen sind keine Lawinen im behandelten Gebiet niedergegangen. Dies spricht für eine sichere und maßvolle Anwendung. In Bayern werden die Lawinenstriche und ihr Abrißgebiet vor dem Anlegen einer Sprengbahn jahrelang vorher beobachtet, so daß die Gewähr besteht, daß die Sprengbahn an der richtigen Stelle angeordnet wird. Schneefeldsprengungen werden nur dort angewandt, wo eine natürliche Lawine früher oder später abgehen würde. Es werden also keine zusätzlichen Lawinen erzeugt, man will nur der Natur zuvorkommen. Dabei entstehen kleine Staublawinen oder Lockerschneelawinen, die die Vegetation im Lawinenstrich belasten können. Sie vermeiden aber die sonst natürlich auftretenden Großlawinen oder Schneebretter im Frühjahr, die an der Vegetation durch Schurf und Luftdruck weit größeren Schaden anrichten können. Daher ist es nicht verwunderlich, daß die untersuchten Lawinenstriche mit Sprengbahnen eine Vegetation ohne besondere Schädigung aufweisen. Sicher wird dort nie Hochwald aufkommen, aber der würde auch in einem natürlichen Lawinenstrich nicht gedeihen und wäre dort wohl auch unnatürlich. Nicht unerheblich erscheint, daß durch die Schneefeldsprengung im Lawinenstrich die Vegetationszeit verlängert wird und damit die Voraussetzungen für die natürliche Sukzession verbessert werden. Von irreparablen Naturschäden, wie von Einzelnen behauptet, kann bei Kenntnis der Zusammenhänge wirklich nicht die Rede sein. Insgesamt gesehen, dient das Schneefeldsprengen heute dem Schutz unserer Bevölkerung. Ökologische Schäden oder eine Vermehrung der Erosion sind nicht nachweisbar.