• Titel
    Herkunftsversuche mit Stiel- und Traubeneiche aus Österreich und angrenzenden Ländern
  • Paralleltitel
    Provenance trials with seed sources of pendunculate and sessile oak originating from Austria and neighboring countries
  • Verfasser
    Silvio Schüler (*)
    Lambert Weißenbacher
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
    Bundesforschungszentrum für Wald - BFW
  • Erscheinungsjahr
    2010
  • Seiten
    40 S.
  • Illustrationen
    34 Abb., 9 Tab.
  • Material
    Bandaufführung
  • Digitales Dokument
  • Standardsignatur
    15002
  • Datensatznummer
    167856
  • Quelle
    BFW-Dokumentation; 13
  • Abstract
    Das Projekt "PROEICHE" hatte das Ziel, einen Herkunftsversuch mit Stiel- und Traubeneiche aus Österreich und den angrenzenden Ländern aufzubauen. Langfristiges Ziel dieses Versuchs sind die Erfassung der genetischen Variation hinsichtlich Wuchsleistung, Formeigenschaften, Widerstandsfähigkeit gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren, Reaktionen auf veränderte Umweltbedingungen bei Verfrachtung in andere Klimaregionen, sowie die grundsätzliche Eignung der zu prüfenden Herkünfte für die potenziellen Eichenanbaugebiete in Österreich (insbesondere das nördliche Alpenvorland, das Weinviertel und der Südosten Österreichs). Im Herbst/Frühjahr 2007/2008 wurden fünf Versuchsflächen mit einjährigen Topfpflanzen in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich angelegt. Getestet werden 22 Herkünfte. Vierzehn österreichische und acht ausländische Nachkommenschaften zugelassener Eichensaatguterntebestände werden auf Anbaueignung und auf ihre Wuchseigenschaften hin geprüft. Erstmalig wurde bei der Beerntung des Saatgutes auf die Trennung nach Mutterbäumen geachtet, d.h. es wurden pro Bestand bzw. Beerntung jeweils 22 Einzelbäume beerntet und das Saatgut getrennt behandelt, angebaut und ausgebracht. Erste Ergebnisse aus dem Forstgarten liegen für die Keimrate und das Austrieb- und Wuchsverhalten vor. Ebenso liefern erste Feldaufnahmen aus dem Jahr 2009 wichtige Erkenntnisse zum Anwuchsverhalten und Jugendlichen Höhenwachstum auf den Versuchsflächen. Schon diese Ergebnisse zeigen, dass die verschiedenartigen Flächencharakteristika bzgl. Klima und Boden zu Unterschieden in den Ausfallraten und mittleren Pflanzenhöhen führen. Auf den Flächen Dürnbach und Matzen sind die österreichischen Herkünfte Braunsberger Wald, Linz und Luising die bestwüchsigsten Herkünfte. Auf der Fläche Weyerburg führt die Herkunft Klagenfurt vor den Herkünften Linz und Geinberg. Dagegen sind auf den Versuchsflächen Wels/Puchberg und Weistrach im nördlichen Alpenvorland die beiden Slavonischen Stieleichen - spät treibend und normal treibend - führend, eng gefolgt von den regionalen oberösterreichischen Herkünften. Diese ersten Ergebnisse können allerdings noch nicht zu vollständigen und uneingeschränkten Herkunftsempfehlungen führen, denn das Jugendwachstum ist nur ein für die Praxis wichtiger Merkmalskomplex. Trotzdem geben sie wichtige Hinweise auf das Wachstum im Sämlingsalter und auf die Stabilität unter unterschiedlichen Umweltbedingungen. Im Herbst 2009 wurden die Ausfälle mit Originalpflanzmaterial aus dem eigenen Versuchsgarten nachgebessert. Eine erste Vollaufnahme der Flächen ist für den Herbst 2011 (Höhe Alter 5 Jahre) geplant. Alle weiteren fünf Jahre sollen Folgeerhebungen (Alter 10, Alter 15, usw.) durchgeführt werden. Neben dem Aufbau des Herkunftsversuches und den damit einhergehenden wissenschaftlichen Fragestellungen hat das Projekt "PROEICHE" auch das Ziel, durch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung der Herkunft stärker in das forstliche Bewusstsein zu bringen und die Verwendung von hervorragenden österreichischen Herkünften zu fördern. Dieses Ziel wurde durch Informationsveranstaltungen, Exkursionen und zahlreiche Publikationen sowie Presseartikel zumindest teilweise erreicht, denn im Erntejahr 2009 wurden viele im Versuch zu prüfenden Herkünfte erstmalig von Baumschulen beerntet und ein für Österreich neuer Ernterekord für Eichensaatgut erreicht. Angesichts neuer Schädigungen anderer Laubbaumarten und im Hinblick auf Baumartenalternativen im Klimawandel stellt der im Projekt etablierte Eichenherkunftsversuch damit einen unverzichtbaren Beitrag für zukünftige stabile und ertragreiche Wälder in Österreich dar.Objective of the project "PROEICHE", which was initiated in autumn 2006, was the establishment and assessment of a provenance trial with seed sources of pedunculate and sessile oak originating from Austria and neighboring countries. In particular, the focus was to analyze the genetic variation of growth and stem form and the suitability of provenances for the typical growing areas of oak in Austria. After harvesting 22 provenances in autumn 2006, seeds were immediately grown in plant containers. In autumn 2007 and spring 2008, five field trials were established in Burgenland, Lower Austria and Upper Austria. First records of plant mortality and seedling height were measured in spring 2009. In autumn 2009 dead seedlings were replaced.Moreover, data on seed characteristics (acorns), germination and height growth of seedlings in the nursery stage were recorded. Plant mortality was extremely low due to optimal preparation of the trial sites, careful cultivation of plant reproduction material in the nursery of the BFW and during planting. Plant mortality varied from 0.2 to 21 percent among sites. Already after one growing season at the field, site characteristics affected average seedling height and the ranking of the provenances. At trial sites Dürnbach andMatzen Austrian provenances BraunsbergerWald, Linz and Luising are the best growing seed sources. At siteWeyerburg provenance Klagenfurt is leading ahead of provenances Linz and Geinberg (Upper Austria). However, at the trial sites Wels/Puchberg and Weistrach in the northern Alpine foreland, the two Slavonian pedunculate oak provenances (late flushing and normal flushing) from Croatia are best growing, closely followed by regional provenances from Upper Austria. It is explicitly mentioned here, that these early results should not be considered as technical recommendations for provenances use. Disregarding this constraint data collected in this project furnish important hints according to the growth at seedling stage and phenotypical stability in different environments. Besides the establishment of the provenance trial and its scientific rationale, project "PROEICHE" should enhance knowledge on the impact of provenance choice for forestry. Foresters and land owners have been targeted in order to encourage the use of most appropriate Austrian oak provenances. Through information events, excursions, and several publications and press releases the project contributed successfully to this objective. In 2009, a new record of oak seed harvest was reached in Austria, which is especially pleasing because many high quality oak provenances that were previously not considered have been harvested for the first time. With respect to new diseases and damages on other deciduous tree species and considering the urgent need to plant alternative trees species considering climate change, this provenance trial plays a vital role for stable and productive forest in the future. The success was only possible due to a very fruitful cooperation with all partners.
  • Schlagwörter
    Quercus petraea, Quercus robur, Provenienzversuch, genetische Variation, Höhenwachstum, Schaftqualität, Österreich, BFW-Open-Access-Publikation, BFW-Publikation
  • Klassifikation
    232.12, 561.1, 176.1, [436]
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
142770115002ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar